Der erste Zahnarztbesuch | © panthermedia.net / pressmaster

Erster Zahnarztbesuch mit Kind – Wenn aus Routine Panik wird

Wohl kaum ein Arzt ist so unbeliebt wie der Zahnarzt! Gerade für Kinder wird der Doktor mit dem mintgrünen Mundschutz und den fiesen, spitzen Gerätschaften zum schlimmsten Albtraum. Das grelle Licht und die Geräusche von Bohrer und Speichelsauger machen die Situation auch nicht besser und über die Schwelle der Zahnarztpraxis müssen wir die Kinder fast schon schleifen. Dabei ist der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt gerade für Kinder besonders wichtig, da Kinderzähne anfälliger dafür sind, von Karies befallen zu werden, als die Zähne von Erwachsenen.

Wenn aus Routine Panik wird

Wenn schon 20% der Erwachsenen bei jedem Zahnarztbesuch Angst haben, kann man sich gut vorstellen, wie hoch diese Zahl bei Kindern sein würde. Diese Angst entsteht durch schlechte Erfahrungen bei den ersten Zahnarztbesuchen oder durch ein einschneidendes Erlebnis, bei dem es vielleicht besonders weh tat. Damit sich diese Angst gar nicht erst entwickeln kann, ist es wichtig, dass der erste Zahnarztbesuch des Kinder so angenehm wie möglich gestaltet wird. Im Folgenden erfahrt ihr, was ihr bei der Wahl des Zahnarztes und der Versicherung beachten solltet und welche Mythen über die Zahnspange ihr nicht glauben solltet.

Welcher Zahnarzt?

Wenn es euch wichtig ist, den ersten Zahnarztbesuch eures Kindes so angenehm wie möglich zu gestalten, dann solltet ihr euer Kind nicht zum erstbesten (bzw. dem, der in der Nähe ist) oder zu eurem Lieblingszahnarzt schicken, sondern euch vorher genau über dessen Qualifikationen informieren. Auch wenn ihr mit eurem Zahnarzt zufrieden seid, heißt das noch lange nicht, dass er oder sie auch mit Kindern umgehen kann. Manche Ärzte haben ein Händchen für den Umgang mit Kindern, andere sind mit ihren kleinen Patienten vollkommen überfordert und behandeln sie daher wie Erwachsene.

Um das zu vermeiden, sucht ihr euch am besten einen Zahnarzt, der auf die Behandlung von Kindern spezialisiert ist. Dieser hat dann im besten Fall auch eine pädagogische Ader und wird mit Kindern nie genauso umgehen wie mit Erwachsenen. Dadurch vermittelt er eurem Nachwuchs die Zahnhygiene ohne Druck und auf spielerische Art und Weise. Das ist der beste Weg, die Kleinen an eine gesunde Zahnhygiene heranzuführen und ihnen klar zu machen, wie wichtig das morgendliche und abendliche Zähneputzen ist.

Zahnspange – Ja oder Nein?

Zahnspange ab welchem Alter? | © panthermedia.net / robertprzybysz

Zahnspange ab welchem Alter? | © panthermedia.net / robertprzybysz

Zahnärzte und Kieferorthopäden verdienen an Zahnspangen eine große Menge Geld. Deswegen wird ein Zahnarzt ihrem Kind selbst bei dem kleinsten Schiefstand der Zähne eine Zahnspange empfehlen. Viele dieser Kieferorthopäden wollen bereits Grundschulkindern eine Zahnspange verpassen. Aber wozu? Wozu die Milchzähne korrigieren, die sowieso nach und nach ausfallen? Es heißt, dadurch könne das Wachstum der bleibenden Zähne positiv beeinflusst werden. Diese Behauptung ist allerdings nicht bewiesen!

Ist es wahr, dass eine feste Zahnspange sinnvoller ist, als eine lose? Überlegt mal: Die Zahnspange ist bei fast allen Kindern verhasst und jeden Tag aufs neue die unbequeme Zahnspange in den Mund zu schieben, ist für viele Kinder eine große Überwindung. Das Problem haben Kinder mit einer festen Zahnspange nicht. Sie werden sich ein paar Monate an das Drahtgestell in ihrem Mund gewöhnen müssen, werden danach aber kaum mehr etwas davon mitkriegen. Feste Zahnspangen sind aber auch deutlicher teurer als die losen und die normale Versicherung zahlt die Spangen nicht in jedem Fall. Gibt der Zahnarzt schon in jungen Jahren den Hinweis, das Kind könnte in höherem Alter eine Zahnspange brauchen, ist es sinnvoll, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Stiftung Warentest zeichnete ende 2016 diese Versicherung als Testsieger aus. So seid ihr für den Fall gewappnet, dass eure normale Versicherung die Kosten nicht übernehmen wird und ihr bleibt nicht auf den horrenden Kosten für die Zahnbehandlung eurer Kinder sitzen.

Beruhigungstipps für Angsthasen

Entspannte Atmosphäre beim Zahnarzt | © panthermedia.net / CandyBoxImages

Entspannte Atmosphäre beim Zahnarzt | © panthermedia.net / CandyBoxImages

Haben vielleicht die großen Geschwister dem Nesthäkchen mit Horrorstorys vom Zahnarzt Angst gemacht und nun scheut es sich vor seinem ersten Zahnarztbesuch? Kein Problem, denn mit diesen Tipps verfliegt die Angst im Nu. Wenn sie den passenden, kinderfreundlichen Zahnarzt gefunden haben, so lassen sie ihr Kind, in der Praxis angekommen, alles ganz genau beobachten. Es darf sich im Behandlungsraum umsehen und sich die Instrumente angucken. Es hilft ihm vielleicht, wenn sie den Instrumenten witzige Namen geben und wenn es sein Lieblingskuscheltier dabei hat.

Die Angst ist bei den meisten Kindern sofort vergessen, wenn eine kleine Belohnung nach Abschluss der Behandlung winkt. So könnt ihr danach beispielsweise ein Eis essen gehen oder ein neues Spielzeug kaufen.

Im schlimmsten Fall lasst ihr euch vor dem Besuch vom Zahnarzt und Fachpersonal beraten. Sie werden viel Erfahrung gerade mit ängstlichen Kindern haben und wissen euch sicher zu helfen.

Fazit

Zum Lieblingsarzt wird der Zahnarzt wohl nie werden, der erste Schrecken sollte ihm nun aber genommen werden. Wenn das Kind versteht, dass es nichts schlimmes ist, zum Zahnarzt zu gehen und danach immer etwas tolles passiert, wird es den Arztbesuch mit positiven Erinnerungen verbinden und dem nächsten Termin fast schon mit Freude entgegen sehen. Kommt dann das Thema Zahnspange auf den Tische, so lassen sie sich von verschiedenen Ärzten beraten und nur wenn auch der Großteil der Zahnärzte der Meinung sind, dass eine Zahnspange sinnvoll ist, sollten sie diesem Ratschlag zustimmen. So gibt es keine Tränen mehr bei offenem Mund!

About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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