Erziehung

Erziehung im Test 2015: Warum Eltern immer alles falsch machen

Autoritär, antiautoritär, gleichberechtigt und modern: Der Wirrwarr der Erziehungsstile des 21. Jahrhunderts überlässt Eltern die Entscheidung und spricht ihnen im Gegenzug die volle Verantwortung zu. Ist das eigene Kind verwöhnt, sitzt es nur vorm PC oder Fernseher? Zeigt es hinsichtlich der älteren Generation wenig Respekt? Dann wird die Schuldfrage bei den Erziehungsberechtigten gesucht. Sind wirklich die Eltern an der aktuellen Situation der Kinder und Jugendlichen schuld? Viel wichtiger als die allgemeine Schuldfrage ist ein genauer Blick auf eine kindgerechte Erziehung, die dem heutigen Zeitalter und unseren Kindern gerecht wird.

Erziehung heute und früher: Sind die Eltern wirklich schuld?

Trauen Sie sich heute noch, ein Kind in die Welt zu setzen, ist damit zu rechnen, als „Helikopter Eltern“ oder „Latte-Macciato-Muttis“ belächelt zu werden. Geht man durch Frankfurt, fallen Plakate ins Auge, die Eltern darauf hinweisen, nicht nur auf das Smartphone zu schauen, sondern vielmehr auf die Kinder.

Kinder brauchen ihre Grenzen. Doch sind die Eltern zum heutigen Zeitpunkt noch bereit, diese Grenzen zu setzen? Der allgemeine Missmut mit dem Erziehungsstil vieler Eltern ist kein aktuelles Problem, sondern reicht bis auf die letzten 50 Jahre zurück. Auch wenn heute viele davon reden, dass die Kindererziehung früher einmal besser war, ist dieses Argument im Verhältnis zur Zeit und Gesellschaft zu sehen.

Der Wandel der Familie

Eine grundlegende Veränderung hat sich in unserem Jahrzehnt ergeben: Familien leben heute anders zusammen und organisieren die Betreuung ihrer Kinder selbstständig. Das traditionelle Modell – der Vater geht auf Arbeit und die Mutter umsorgt die Kinder und den Haushalt – greift im Angesicht unserer wirtschaftlichen Situation nicht mehr. Die Familienkonstellationen verschieben sich: Zum Teil gehen beide Eltern arbeiten oder der Vater nimmt das Erziehungsjahr. Es entscheiden die berufliche Stellung und der Verdienst vor dem angestaubten Rollenmodell.

Gesellschaftliche Rechtfertigung des Familienlebens

Haben sich Eltern erst für einen festen Erziehungsstil entschieden, verfallen viele Familien in die Rechtfertigung und begründen jeden ihrer Schritte. Menschen, die eine andere Meinung zum persönlichen Erziehungsziel vertreten, werden als Gefährdung angesehen und es entbrennt eine heiße Diskussion über Recht und Unrecht. Das Vakuum, das durch den Wegfall traditioneller Familienmodelle entstanden ist, konnte bis zum heutigen Tage noch nicht gefüllt werden.

Erziehung 2015

Das Familienleben wird auf diese Weise als soziologisches Experiment empfunden, das in der gesellschaftlichen Entwicklung bewertet und beobachtet wird.

  1. Was setzt sich durch?
  2. Was hat die größten Erfolgsaussichten?
  3. Was im Hinblick auf die Qualität einzelner Produkte und Gebrauchsgegenstände als logisch erscheint, ist in der Praxis nicht einfach.

So sind es immer wieder die Eltern, die infrage gestellt werden und deren Erziehungsziele sich auf dem Prüfstand befinden. Nur allzu oft wird das Funktionieren der eigenen Kinder in der Gesellschaft als Maßstab für die Bewertung herangezogen.

Hören Sie auf Ihr elterliches Bauchgefühl

In diesem Fall ist es sinnvoll, auf das eigene Bauchgefühl zu hören und sich nicht mit den revolutionären Erziehungstechniken der Neuzeit auseinanderzusetzen. Kinder, die in einem liebenden und respektierenden Familienzusammenhang aufwachsen, werden sich natürlich in diese Strukturen eingliedern. Streit, Machtkämpfe und Probleme gehören ebenso zur Erziehung der Kinder, wie Freude, Liebe und Spaß. Gehen Sie gemeinsam durch jede Lebensphase Ihres Kindes und überbewerten Probleme nicht in jeder Situation, so wird sich Ihr Erziehungsziel in Ihrer Familie beweisen.

Selbstverliebt und verwöhnt: Der Weg aus der Erziehungskrise

Die Kritiken, aus dem eigenen Kind einen selbstverliebten Egoisten zu machen, können immer weniger Eltern ertragen und richten ihre Fragen an die Erziehungshilfe, Selbsthilfegruppen und in Foren. Hier bietet sich die Chance, sich mit anderen Eltern auszutauschen und auf dieser Basis, eine Lösung zu finden.

Fazit

Die Problematik, dass Kinder heute einen Verlust oder Mangel schlechter verarbeiten als in den Jahren zuvor, ist vor allen Dingen mit dem elterlichen Alltagsstress zu begründen. Eltern fühlen sich zumeist unter Druck gesetzt und möchten im Gegenzug, dass es den Kindern besser geht. Die kleinsten Familienmitglieder bekommen unweigerlich mehr: Dies fördert jedoch nicht die Lernfähigkeit der Kleinen. Durch übertriebene Großzügigkeit kommt es zu dem Problem, dass Ihr Kind schon bald nicht mehr in der Lage ist, die persönlichen Bedürfnisse für andere zurückzustellen. Verweigerungen in der Familie und in der Schule stellen Jugendpsychiater bei glücklichen und ausgeglichenen Kindern nicht fest.
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http://www.focus.de/familie/erziehung/familie/nie-wieder-schuechtern-selbstvertrauen_id_2778025.html

Bildquellen
Artikelbild:© panthermedia.net /Andriy Popov
Bild in Artikelmitte:© panthermedia.net /Dirk Köbernik

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