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Gourmet Öle Test 2015

Die Welt der Speiseöle ist so vielseitig wie unsere Geschmacksrichtungen. Leinöl, Arganöl, Walnuss-, Trauben- und biologische Öle: Feinschmecker sind bereit, für ein hochwertiges Öl bis zu 100 € pro Liter auf den Tisch zu legen. Die Stiftung Warentest hat vor drei Tagen einen sehr interessanten Test zu Gourmet Ölen herausgebracht. Wer sind die Verlierer dieses Praxistests? Zu welchem Öl sollten Feinschmecker greifen? Wir haben die Antworten.

Tipps zur korrekten Verwendung von Gourmet-Ölen

Die bevorzugen Speiseöle mit ausdrucksstarken Geschmacksnoten? Sie sollten in einem Fachgeschäft auf die Auszeichnung „nativ“ oder „kalt gepresst“ achten. Verzichtet der Hersteller auf diesen Zusatz, befindet sich in der Flasche zum großen Teil raffiniertes Öl oder teilraffiniertes Öl. Salatsaucen, Pesto, Nudeln, Dips und Marinade lassen sich über feine Gourmet Öle verfeinern.

Tipps zur korrekten Lagerung der Gourmet Öle

Verwenden Sie diese kostbaren Tropfen nicht für jedes Gericht. In diesem Zusammenhang empfehlen wir Olivenöl und Rapsöl. Diese Speiseöle gewährleisten über eine gesunde Fettsäuren Zusammensetzung eine gesunde Ernährung. Sie sollten jede Ihrer Flaschen nach der Verwendung fest verschließen und an einem kühlen Ort mit wenig Lichteinfluss lagern. Lagerräume, Trockenlager und Keller eignen sich für die Lagerung von Ölen. Gerade die kaltgepressten Leinöle und Walnussöle können mit der Zeit ranzig werden. Stellen Sie diese am besten in den Kühlschrank und verbrauchen die edlen Tropfen zügig nach dem Öffnen.

Statistik: Anteile verschiedener Fettsäuren bei ausgewählten Pflanzenölen im Jahr 2010 (Fettsäuren in Gramm pro 100 Gramm Öl) | Statista
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Was hat die Stiftung Warentest überprüft?

Insgesamt wurden 25 Speiseöle, 5 Arganöle sowie 6 Leinöl, 5 Sesamöle, 3 Traubenkernöle und 6 Walnussöle genauestens unter die Lupe genommen. In folgenden Kategorien hat die Stiftung Warentest getestet:

  • sensorische Beurteilung,
  • chemische Zusammensetzung,
  • Schadstoffe,
  • Verpackung und
  • Deklaration.

Den versierten Stiftung Warentest Lesern dürfte bei Lebensmitteln diese Vorgehensweise der Tester bereits bekannt sein.

11 Gourmet-Öle enttäuschen im Test

Alle getesteten Speiseöle wurden in ein Labor gesendet. Prompt folgt die Enttäuschung, da ganze 11 Öle und darunter auch das Teuerste im Vergleich – für stattliche 112 € – mit mangelhaften Testergebnissen abschnitten. „Hervorragend“, „unvergleichlich“ und „einzigartig“: So beschreiben die Hersteller das Aroma der kostspieligen Öle. Doch die hohen Erwartungen werden nicht in jedem Fall erfüllt. Einige der Produkte enthielten sogar bedenklich und krebserregende Inhaltsstoffe. Im direkten Vergleich schlägt vor allen Dingen das Arganöl mit hohen Kosten zu Buche. Dies ist auf die Seltenheit der Arganbäume, die nicht überall wachsen, zurückzuführen. Arganöle werden von Hand gewonnen, was die zum Teil hohen Preise erklärt.

Achtung bei Traubenkernöl

Stiftung Warentest kann in jeder Gruppe ein Öl empfehlen, eine Ausnahme bilden die Traubenkernöle. Jedes Traubenkernöl im Test wies potentielle, krebserregende Mineralölbestandteile auf. Darüber hinaus fällt das raffinierte Traubenkernöl durch einen äußerst neutralen Geschmack auf. Als gesund gelten Leinöl und Walnussöl. Sie verleihen einem Gericht eine wirklich nussige und rauchige Geschmacksnote und enthalten die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Die guten Produkte tragen die Speiseöle mit dem EU Bio-Siegel. Wobei 6 der getesteten Bio Öle nur eine mangelhafte Bewertung erhalten haben. Die Schadstoffe, wie zum Beispiel PAK und Weichmacher, sind in der Umwelt enthalten und können auch biologische Lebensmittel belasten.

Eine Frage des Geschmacks

Der zweite wichtige Prüfpunkt widmet sich den Geschmacksrichtungen. Bei vier Produkten aus dem biologischen Sektor bemängelt die Stiftung Warentest nicht nur den Geschmack, sondern auch den Geruch. Einige der Produkte fielen negativ durch einen Geruch nach ätherischen Ölen oder Tanne aus.

Kommt es bei einem kaltgepressten Öl einmal zu einem fehlerhaften Geruch, lässt sich dieser im Nachhinein nicht mehr abstellen. Diese Öle werden über Zentrifugen in einem mechanischen Verfahren gewonnen und dürfen höchstens eine Wäsche im Wasserdampf durchlaufen. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf den Zusatz nativ. Hier handelt es sich um naturbelassene Öle, die unverändert blieben.

Wirklich Raffiniert? Raffinierte Öle hingegen sind nicht naturbelassen. Sie werden mit chemischen Lösungsmitteln versetzt. Dies erhöht zum Teil die Ausbeute, dennoch müssen diese Öle in mehreren Schritten nochmals nachbearbeitet werden.

Nun wollen wir den schmackhaften Schleier lüften und Ihnen die besten Gourmet Öle vorstellen:

  • Leinöl: Alnatura Leinöl nativ ab 11,80 € pro Liter
  • Walnussöl: Rapunzel Walnuss Öl für 65 € pro Liter
  • Walnussöl: Fandler Bio Walnussöl für 55,60 € pro Liter
  • Sesamöl: Alnatura Sesam Öl für 15,80 € pro Liter
  • Sesamöl: Rapunzel Sesamöl für 18,00 € pro Liter
  • Arganöl: Edeka Selection Argan Öl für 60,00 € pro Liter
  • Arganöl: Bio Planete Arganöl für 80,00 € pro Liter

https://www.test.de/Gourmet-Oele-Fast-jedes-zweite-ist-mangelhaft-4901060-4901065/

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Wolfgang Steiner

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