Holzspielzeug

Holzspielzeug Test 2015

Spielzeug aus Holz genießt unter Müttern und Vätern einen ausnahmslos guten Ruf. Doch können die Hersteller diesen hohen Ansprüchen im Praxistest gerecht werden? Was steckt eigentlich in der Lasur, die das Holzspielzeug so geschmeidig und glatt werden lässt? In unserem Praxistest eröffnen sich zahlreiche Kriterien und Ansatzpunkte, um die kleinen Bauklötze, Autos, Eisenbahnen, Puppenhäuser und Schaukeln einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Spielen fördert die Entwicklung unserer Kinder

Die anerkannten Institute, wie Öko Test oder Stiftung Warentest, haben eklatante Mängel im Hinblick auf Kinderspielzeug feststellen können und warnen uns Mütter und Väter vor einem zu sorglosen Umgang mit Kinderspielzeug. Es ist davon auszugehen, dass ein Kind in den ersten sechs Jahren seines Lebens ca. 15.000 Stunden spielt.

Kinder erproben, erforschen und begreifen die Welt mithilfe von Spielzeug. So gilt die Investition in sinnvolles und hochwertiges Spielzeug, zugleich als Investition in die Zukunft und Entwicklung Ihres Kindes. Im gleichen Zug nimmt das Angebot völlig unsinniger Spielzeuge auf dem Markt erheblich zu. Bunter, lauter und multifunktionaler werden die Spielzeuge und zeige zugleich einen eklatanten Mangel auf. Zu den elementaren Kriterien bei der Auswahl passender Spielzeuge zählen folgende Prüfpunkte:

  • die Altersfreigabe,
  • die Sicherheit,
  • die Schadstoffbelastung,
  • die Verarbeitung sowie
  • die Lebensdauer.

Statistik: Welche Kriterien sind für Sie bei der Auswahl von Spielwaren besonders wichtig? | Statista
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Schadstoffbelastung der Kinderspielzeuge im Test

Leider sind zu viele Spielzeuge mit gefährlichen Schadstoffen belastet. Öko Test hat in seiner letzten Praxisreihe insgesamt 50 Spielzeuge eingekauft, darunter konventionelle Plastikungetüme und Öko Spielzeug: Viele von den eingekauften Produkten enthielten Schadstoffe. Von 50 Produkten erhielten jedoch 33 eine sehr gute und gute Bewertung und Empfehlung für die Altersklasse ab drei Jahre.

Die EU-Richtlinien für Spielzeug in der Diskussion

In diesem Zusammenhang sind vor allen Dingen die EU Spielzeugrichtlinien in der Diskussion. Diese rechtsgültigen Vorgaben sind 2011 in Kraft getreten und nehmen die Hersteller in die Pflicht. Seit dem Juli 2013 gelten neue chemische Grenzwerte. So ergeben sich im Hinblick auf die Schwermetalle und Nitrosamine strenge Richtlinien.

Ratgeber für den sorglosen Spielzeugkauf:

  • Lassen Sie Spielsachen, die unangenehm oder gar ungewöhnlich stark riechen, im Regal liegen.
  • Gerade singende und melodische Spielzeuge sollten Sie direkt im Geschäft auf ihren Geräuschpegel untersuchen.
  • Kaufen Sie vor allen Dingen unlackiertes Holzspielzeug – dieses ist aus ökologischer Sichtweise empfehlenswert.
  • Doch auch in der Plastik der bekannten Markenhersteller stecken keinerlei Schadstoffe.
  • Vermeiden Sie weiche Kunststoffe – diese sind zumeist mit üblen Substanzen behaftet.

Der korrekte Umgang mit dem Spielzeug

Es ist nicht notwendig, penibel auf die Sauberkeit jedes einzelnen Spielzeugs zu achten. Es ist völlig ausreichend, das Holzspielzeug unter warmem Wasser abzuspülen. Den Teddy oder die Puppe waschen Sie bei niedrigen Temperaturen in der Maschine per Handwäsche. Potentielle Schadstoffe lassen sich auf diese Weise entscheidend minimieren.

Holzspielzeuge im Praxistest

Stiftung Warentest hat sich im November 2013 eingehender mit dem Holzspielzeug beschäftigt und stellte bei der Hälfte aller Testkandidaten potenzielle Gefahren fest. So dürfen sich beim Spielzeug für Kleinkinder keinerlei Kleinteile lösen, denn diese können zur lebensgefährlichen Gefahr werden. Darüber hinaus stellte Stiftung Warentest einige Schadstoffe fest. Diese ließen sich weder durch die Nase, noch optisch auf den ersten Blick erkennen. Gerade Schnüre und Sperrholz enthielten polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe – kurz PAK – nitrosierbare Stoffe sowie Nickel und Formaldehyd. Diese Stoffe gelten als krebserregend und schädigend für die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit. Aus der Testreihe gingen insgesamt acht Spielzeuge mit einer guten Ergebnis und sechs Spielzeuge mit einem befriedigenden Ergebnis hervor.
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Fazit: Das Siegel gibt erste Hinweise

Laut Aussage von Öko Test und Stiftung Warentest ist es möglich, vollkommen unbelastetes Spielzeug herzustellen. Das Überschreiten von Grenzwerten und Abwertungen im Hinblick auf die Sicherheit ließen sich zum Teil auf fremdproduzierte Spielzeugen aus Vietnam und China zurückführen. Es ist nun an den Herstellern, zu reagieren und nach Alternativen sowie unkritischen Stoffen zu suchen, um die gefährlichen Inhaltsstoffe vollständig zu ersetzen. Eltern sollten auf jeden Fall zum Holzspielzeug mit einem anerkannten Prüfsiegel greifen. Das GS-Zeichen steht stellvertretend für geprüfte Sicherheit. Im Vergleich zum CE-Siegel werden beim GS-Zeichen strengere Kriterien befolgt. Die vergangenen Testreihen haben ergeben, dass vor allen Dingen die Spielzeuge mit einem GS-Zeichen besser abgeschnitten haben als Spielzeuge mit einem CE-Zeichen.

https://www.test.de/Holzspielzeug-Die-Haelfte-birgt-Gefahren-4633745-0/
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=99023&bernr=07

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net /Olaf Karwisch

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