Cannabidiol | © panthermedia.net /Omstudio

Cannabidiol gegen ADHS: echte Hilfe oder pflanzlicher Humbug?

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung und bezeichnet eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Schon seit längerer Zeit wird ADHS vor allem durch eine Kombination aus medikamentöser Therapie (mithilfe von Stimulanzien) und Verhaltenstherapie behandelt. Doch seit Kurzem soll etwas ganz anderes die Hyperaktivität und Impulsivität der betroffenen Kinder mindern: sogenanntes Cannabidiol.



Cannabidiol (oder kurz CBD) ist ein gut verträglicher Bestandteil der Hanfpflanze, der keine psychoaktiven Wirkungen und Rauschzustände hervorruft. Stattdessen werden ihm antientzündliche, antiepileptische und antischizophrene Eigenschaften zugeschrieben. Doch ist die Einnahme von CBD überhaupt legal in Deutschland? Dürfen auch Kinder CBD konsumieren? Und kann dadurch wirklich ADHS gelindert werden? Wir geben euch im Folgenden Antworten auf diese berechtigten Fragen.

Cannabidiol auf der Überholspur

Cannabidiol gewinnt täglich neue Anhänger, die auf die Wirkung seiner Inhaltsstoffe schwören. Aber kein Grund zur Panik! CBD ruft entgegen anderer Komponenten der Hanfpflanze keine dämpfenden Nebenwirkungen hervor und ist daher in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Der enthaltene THC-Gehalt ist jedoch ausschlaggebend: THC ist ein psychoaktiver Stoff, der in der Bundesrepublik nur in bedingten Fällen legal ist. Liegt der THC-Gehalt im Cannabidiol unter 0,2%, gilt dieses als Nahrungsergänzungsmittel und darf frei verkauft und ohne Erlaubnis erworben werden. Ab einem THC-Gehalt von über 0,2% zählt CBD allerdings zu den Arzneimittel und unterliegt somit der deutschen Rezept- und Apothekenpflicht.



Durch seine zahlreichen wichtigen Inhaltsstoffe wirkt Cannabidiol positiv auf die Gesundheit des Menschen. Das CBD Öl ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinanteilen. Kalium, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink sorgen für eine Unterstützung der Stoffwechselprozesse und des Immunsystems. Hanföl ist auch wegen seines hervorragenden Vorkommens essenzieller Fettsäuren beliebt, denn diese begünstigen die Regeneration der Zellen und entfalten eine entzündungshemmende Wirkung.

Davon profitieren nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder: Letztere dürfen das Öl aufgrund des Mindestkaufalters von 18 Jahren zwar nicht eigenständig erwerben, aber trotzdem ist es Nicht-Volljährigen gestattet, CBD zu konsumieren. Die Einnahme des pflanzlichen Mittels kann schmerzlindernd und entspannend wirken: Gerade bei Migräne, sonstigen Schmerzen oder Entzündungen werden oftmals große Verbesserungen wahrgenommen. CBD soll zudem bei Schlafstörungen und Depressionen helfen, weil es die Gemütslage der Betroffenen stabilisiert und dementsprechend Stimmungsschwankungen verhindert. Selbst bei chronischen Krankheiten wie Parkinson, Sklerose oder sogar Krebs gibt es Beispiele, in denen das Öl begleitend zur ärztlichen Therapie Schmerzen effektiv minderte. Hierbei ist allerdings zu erwähnen, dass CBD die Krankheiten nicht heilt, sondern lediglich die Symptome abschwächt – was allerdings schon viel Wert ist.

Krankheitsbild ADHS

ADHS verursacht Probleme in der Schule | © panthermedia.net /SimpleFoto

ADHS verursacht Probleme in der Schule | © panthermedia.net /SimpleFoto

ADHS ist in drei Hauptsymptome aufzugliedern, die jedoch unterschiedlich ausgeprägt sein können und nicht alle gleichzeitig auftreten müssen: Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität. Betroffene Kinder haben oftmals wenig Geduld, reden ständig und ungebremst dazwischen oder platzen mit Antworten heraus, bevor die vorhergehende Frage beendet worden ist. Sie verhalten sich allgemein sehr unruhig, zappeln ständig herum und haben Schwierigkeiten, still zu sein. Außerdem kommen in vielen Fällen Konzentrationsproblem und eine hohe Vergesslichkeit hinzu: So werden beispielsweise Hausaufgaben nicht vollständig oder nur unorganisiert zu Ende geführt.

Damit wirklich eine ADHS vorliegt, müssen die Verhaltensauffälligkeiten über einen Zeitraum von mindestens sechs Monate auftreten und bereits im Vorschulalter beobachtet worden sein. Letztendlich kann nur ein ausgebildeter Kinderarzt die Diagnose stellen. Dieser erstellt auch einen Behandlungsplan, der meist Verhaltenstherapien genauso wie Medikamente einschließt.

Mit der richtigen Kombination, bei der vor allem regelmäßige Muster und klare Regeln im Zentrum stehen, bekommt man die Krankheit gut in den Griff – im Erwachsenenalter treten in den meisten Fällen keine Störungen mehr auf. Trotzdem ist es bis dorthin oft ein langer, steiniger Weg für Eltern und Kind, der nicht immer einfach zu bewältigen ist und bei dem man sich über jede Erleichterung freut.

Natürliches Mittel gegen Konzentrationsschwäche

Junge rauft sich die Haare | © panthermedia.net /Nicole Effinger

Junge rauft sich die Haare | © panthermedia.net /Nicole Effinger

An ADHS erkrankte Menschen kennzeichnen sich durch niedrige Dopaminwerte: Dopamin ist ein Neurotransmitter, der die kognitiven Fähigkeiten des Gehirn steuert und in zu geringen Mengen Aufmerksamkeitsstörungen verursacht. Cannabidiol kann die Übertragung des Neurotransmitters im Gehirn unterstützen und somit kognitive Prozesse verbessern. Es minimiert die Konzentrationsschwäche und reduziert gleichzeitig Angststörungen.

Da CPD noch nicht lange auf dem Markt ist, gibt es noch nicht viele Studien über seine genaue Wirkung. Trotzdem gab es bereits mehrere Befragungen, in denen die Probanden von positiven Ergebnissen berichteten: Dazu zählten eine Verringerung der Hyperaktivität und Impulsivität, bessere Schlafmuster und eine erhöhte Konzentration. Die Nebenwirkungen waren deutlich geringer als bei herkömmlichen Medikamenten zur Behandlung von ADHS.

Selbstverständlich ist jeder Patient verschieden und man kann das Krankheitsbild nicht verallgemeinern, aber die Testergebnisse sind vielversprechend und deuten auf weitreichende Möglichkeiten des Öls hin. Dadurch, dass CBD auf rein pflanzlicher Basis entsteht, raten viele Experten dazu, es an ADHS leidende Kinder zu verabreichen.

Fehler beim Kauf und bei der Dosierung vermeiden

Leider gibt es immer noch Händler, die Schindluder mit dem Cannabidiol treiben: Es wird geschätzt, dass fast 70% aller CBD Produkte falsch gekennzeichnet werden. Daher solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr das CBD Öl von einem seriösen, ehrlichen Anbieter kauft. Man kann zum Beispiel auf der Website nach dem Laborverfahren suchen oder den Hersteller direkt nach den Ergebnissen des Labortests fragen. Ansonsten hilft es, sich zu informieren, wie das Produkt angebaut und extrahiert wird – dieser Prozess sollte ordnungsgemäß von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beaufsichtigt werden. Dadurch wird garantiert, dass der THC-Wert wirklich nicht die 0,2%-Marke überschreitet.

CBD Öl ist einfach anwendbar, denn man kann es pur oder verdünnt einnehmen. Wer dafür sorgen möchte, dass es sich besser bindet, kann es auch fetthaltigen Lebensmitteln untermischen und somit für eine leichtere Verdauung sorgen.

Die richtige Dosierung schwankt stark von Person zu Person. Da noch keine weitreichenden Studien durchgeführt wurden, muss man sich dabei auf die bisherigen Erfahrungsberichte berufen. Der empfohlene Richtwert für Kinder mit ADHS liegt bei 5-10 Tropfen, die dreimal täglich eingenommen werden. Nach einiger Zeit kann man die Dosis erhöhen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass jedes Kind anders reagiert und man sich daher langsam an die richtige Menge herantasten sollte. So findet ihr mit der Zeit heraus, wie viele Tropfen benötigt werden!

Fazit: Cannabidiol gegen ADHS

CBD Öl und Hanfpflanze | © panthermedia.net /Omstudio

CBD Öl und Hanfpflanze | © panthermedia.net /Omstudio

Cannabidiol befindet sich auf der Überholspur und kann bereits einige Erfolge verzeichnen, bei denen sich Verbesserungen für die betroffenen Personen einstellten. Auch Kindern, die an der Aufmerksamkeitsstörung ADHS leiden, kann CBD Öl erwiesenermaßen helfen: Es unterstützt die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns und wirkt somit der Hyperaktivität entgegen. Die Nebenwirkungen sind deutlich geringer und treten weniger häufig auf, als es bei anderen Arzneimitteln gegen ADHS der Fall ist. Man sollte jedoch auf ein seriöses Produkt achten und sich langsam an die richtige Dosierung herantasten. Angst vor Rauschzuständen braucht ihr dabei nicht zu haben – CBD Öl ist nicht psychoaktiv!



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About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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