Wenn der Teddy zur Gefahr wird | © panthermedia.net / Ingrid Balabanova

Der Spion im Kinderzimmer – Smartes Spielzeug gefährdet unsere Kinder

Wenn wir unseren Kindern ein smartes Spielzeug schenken, seien es Roboter, sprechende Teddybären oder Puppen, die Fragen beantworten, denken wir eigentlich ihnen damit etwas Gutes zu tun. Ein Test von Stiftung Warentest hat nun aber bestätigt: Das Gegenteil ist der Fall. Die Spielzeuge sind nicht ausreichend gesichert und nicht passwortgeschützt, sodass sich jeder in Reichweite des Spielzeuges – und somit auch des Kindes – mit dem Gerät verbinden und es abhören, bzw. Kontakt mit ihm aufnehmen kann. Wir klären im Folgenden über die „Spionage-Spielzeuge“ auf.



Eltern kennen es: Kinder lassen ihre Spielsachen überall herumliegen. Egal ob in der Küche, im Wohnzimmer oder auch im Schlafzimmer der Eltern. In diesen Räumen könnten Mama und Papa sensible und private Daten (wie Bankverbindung, Pin-Codes und Passwörter, etc.) besprechen. Sollen die in falsche Hände geraten?

Was ist Smart-Spielzeug und welche sind betroffen?

Spielzeuge werden durch Apps gesteuert | © panthermedia.net / Dmitriy Melnikov

Spielzeuge werden durch Apps gesteuert | © panthermedia.net / Dmitriy Melnikov

Unsere Kinder wachsen in der fortschrittlichen Welt der Technik auf und auch die jüngeren Eltern sind begeisterte Anhänger des Neuesten vom Neuen. Einer dieser Trends dreht sich rund um technische Spielzeuge, die den Kindern nicht nur Spaß machen, sondern sie gleichzeitig auch noch fördern sollen. Die Bandbreite an Smart-Spielzeug ist riesig, ebenso groß ist leider aber auch die hier entstandene Sicherheitslücke. Die Spielzeuge können entweder per Bluetooth mit dem Handy der Eltern verbunden werden oder sie werden mit dem Wlan gekoppelt und verbinden sich von selbst mit dem Internet, um dem Kind Informationen zu liefern. Keine Sorge: Nicht hinter jedem sprechenden Spielzeug befindet sich gleich ein Datendieb oder Kindesentführer. Viele Spielzeuge haben nur ein einfaches Tonband in sich verbaut, dass den Kindern eine gewisse Anzahl an Worten oder Sätzen vorspricht, die sich immer wieder wiederholen.



Problematisch wird es erst bei den Puppen, Robotern und Teddys, die eine Bluetooth- oder Internetverbindung aufbauen, ein aktives Mikrophon oder eine Kamera haben und dabei nicht von sicheren und codierten Passwörtern geschützt werden. Im Test der Stiftung Warentest wurden sieben Smart-Toys getestet, davon wurden vier als „kritisch“ und drei als „sehr kritisch“ bezeichnet. Zu den getesteten Spielzeugen gehören der i-Que Intelligent Robot, der Toy-Fi Teddy, der Wowwee Chip Roboterhund, das Cloudpets Kätzchen, der Cognitoys Dino, der Fisher-Price Smart Toy Bear und die Mattel Hello Barbie.

Gefährdung des Kindes

Fremde nehmen Kontakt auf | © panthermedia.net / asife

Fremde nehmen Kontakt auf | © panthermedia.net / asife

Nun, da wir wissen, welche Art von Spielzeugen betroffen ist und wie sie funktionieren, stellt sich natürlich die Frage, wie diese niedlichen Kuschel- und Lernspielzeuge zur Gefahr für unsere Kinder werden können. Bei Spielzeugen mit einer ungesicherten Bluetooth-Verbindung, kann sich jeder in Reichweite des Spielzeuges mit ihm verbinden. Das können in einer Großstadt, in der Menschen auf engstem Raum wohnen hunderte von Menschen sein. Ist das Spielzeug nicht mit dem Smartphone der Eltern verbunden, steht die Verbindung jedem mit einem bluetoothfähigen Smartphone offen. Nun kann der Fremde alles mithören, was in Reichweite des Spielzeuges gesagt wird, es kann auf eventuelle Kameras zugreifen und – wie im Falle des Roboterhundes – das Spielzeug auch fernsteuern.

Das Kind wird also nicht nur ausspioniert, es kann auch aufs Schlimmste manipuliert werden. Kann man dem Spielzeug Sätze einsprechen, die normalerweise einem Lerneffekt dienen sollen, so kann der Fremde nun auch mit dem Kind kommunizieren und es aus der Wohnung locken. Das Kind weiß es nicht besser und wird dem Wunsch des niedlichen Spielzeuges in den meisten Fällen folgen. Was dann geschehen könnte, mag man sich gar nicht vorstellen.

Der Fall „Cayla“

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Im Falle eines ganz bestimmten Spielzeuges wurde sogar die Regierung und die Sicherheitsbehörde auf dieses aufmerksam. „My Friend Cayla“ ist eine Puppe, die sich mit dem Internet verbindet und auf die gestellten Fragen des Kindes antwortet. „Wie groß wird eine Giraffe?“ oder „Wie schnell kann ein Delfin schwimmen?“ Cayla weiß es und gibt neben der Antwort auf gestellte Fragen auch noch Daten an Dritte weiter. Auch Cayla kann die Gewalt über das Mikrophon entrissen werden und alles was man dafür braucht ist ein Smartphone und eine ganze Menge krimineller Energie. Die Debatte um „My Friend Cayla“ ging so weit, dass sie in Deutschland inzwischen verboten ist und die Besitzer dieser Puppe dazu aufgefordert wurden, sie zu zerstören. Cayla an öffentliche Orte mitzubringen ist eine Datenschutzverletzung und ist verboten.

Fazit

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Smart-Spielzeuge sind eine tolle Erfindung und können den Kleinen wirklich beim Lernen behilflich sein. ABER nur, wenn sie eine zu 100 % sichere Verbindung haben. Bluetooth-Verbindungen sollten mit einem codierten, also verschlüsselten Passwort geschützt werden, auf Kameras sollte zur Sicherheit ganz verzichtet werden. Wer schon eines der oben genannten Smart-Spielzeuge, oder ähnliche, im Kinderzimmer hat, der sollte sich lieber davon trennen. Auf der sicheren Seite sind die, die sich auf die gute, alte Teddybär-Barbie-Kombination verlassen. Kinder entwickeln sich mit der richtigen Förderung toll, auch ohne Smart-Spielzeuge!



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About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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