Mädchen mit Feuerlöscher | © panthermedia.net /JCB Prod

Mitwirken bei der Jugendfeuerwehr – kleine Helden ganz groß

Schon Kleinkinder sind fasziniert von den großen roten Autos und dicken Uniformen der Feuerwehrleute: Bereits im Kindergartenalter bekommen sie von den Eltern darüber vorgelesen, simulieren mit kleinen Spielzeugautos Einsätze und machen große Augen, wenn ein Feuerwehrwagen vorbeifährt. Besonders bei Jungen ist dieses der Fall, aber auch Mädchen hegen den Traum, einmal in einem dieser tollen Einsatzwagen mitfahren zu dürfen.



Auf die Frage, was sie später einmal machen möchten, bekommt man stets die gleiche Antwort: Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau werden – so wie der fiktive Kinderheld „Feuerwehrmann Sam“, der im Fernsehen und auf Hörbüchern immer wieder in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf behält. Bei einigen Kindern hört diese Begeisterung auch im Grundschulalter nicht auf. In solchen Fällen lohnt es sich, einen Eintritt in die örtliche Jugendfeuerwehr für sein Kind in Betracht zu ziehen. Doch was genau wird da eigentlich gemacht und welche Vorteile bringt das mit sich?

Was lernt man bei der Jugendfeuerwehr?

Fast jeder Ort, der eine Freiwillige Feuerwehr besitzt, beherbergt auch eine Jugendfeuerwehr. Hier lernen Kinder und Jugendliche im Alter von ca. zehn bis 18 Jahren die Grundtätigkeiten eines Feuerwehrmannes auf spielerische Art und Weise kennen. In theoretischen Einheiten wird Wissen rund um Brandvernichtung und vorbeugende Brandschutzmaßnahmen vermittelt, was im Anschluss praktisch umgesetzt wird.



Woraus besteht eine vollständige Feuerwehr-Ausrüstung? Wofür braucht man ein Tanklöschfahrzeug? Wie geht man bei einer Ölspur auf einer viel benutzen Landstraße vor? Was ist der Ablauf bei einem Brandfall mit Personenrettung? Wie kontrolliert man den Verkehr, wenn Straßenumzüge oder besondere Feste stattfinden? Auf solche und viele andere Fragen wird in den meist wöchentlich stattfindenden Übungsstunden eingegangen.

Durch das Nachstellen richtiger Einsätze werden die Jugendlichen auf spätere Tätigkeiten in der Freiwilligen Feuerwehr optimal vorbereitet. Sie lernen den Umgang mit allen Geräten und das Handeln im Team. Bei Erreichen des Eintrittsalters und der nötigen Qualifikationen haben die Jugendlichen die Möglichkeit, direkt in die Einsatz-Feuerwehr überzugehen und dort in der Realität mitzuwirken.

Welche Vorteile bringt das mit sich?

Bei einer Löschübung | © panthermedia.net /Mihajlo Maricic

Bei einer Löschübung | © panthermedia.net /Mihajlo Maricic

Von einem Eintritt in die Jugendfeuerwehr können Kinder und Jugendliche auf vielerlei Weisen profitieren: Zum einen erfahren sie hilfreiches Wissen, welches sie auch im wirklichen Leben gebrauchen können, wie beispielsweise wichtige Erste Hilfe-Maßnahmen. Sie lernen, in Ernstfällen ruhig zu bleiben und Schritt für Schritt Probleme effektiv zu lösen. Die Geschicklichkeit, Beweglichkeit und das Allgemeinwissen werden gesteigert.

Außerdem verbessert man seine Teamfähigkeit in erheblichem Maße: Nur wenn man zusammen arbeitet, kann man Personen aus den Flammen retten und das Feuer bezwingen. Bei der Feuerwehr steht das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kameradschaft an erster Stelle. Kindern wird bewusst, dass im Alleingang nichts erledigt werden kann, dass Aufgaben aufgeteilt werden sollten und dass klare Kommunikation primäre Voraussetzung für gutes Gelingen ist.

Selbst theoretische Einheiten werden für die Kinder durch eine lockere Stimmung unter den Kameraden nicht langweilig. Neben diesen Lehrstunden gibt es so einige tolle Aktionen, die man zusammen mit der Jugendfeuerwehr erlebt: In vielen Vereinen ist es zum Beispiel üblich, mindestens einmal jährlich ein Zeltlager zu veranstalten. Oft wird dies in Verbindung mit anderen Feuerwehren geplant, wodurch man dementsprechend neue Leute kennenlernt, die das gleiche Hobby teilen. Es werden dabei bekannte Dienstfeuerwehren besichtigt, kleine Wettbewerbe ausgetragen und Freizeitparks besucht. Dieses abwechslungsreiche Programm bringt Spaß und maximiert gleichzeitig die Hilfsbereitschaft zwischen den Teilnehmern.

Welche Ausbildungsschritte gibt es?

Auf einem Feuerwehrfahrzeug | © panthermedia.net /Arne Trautmann

Auf einem Feuerwehrfahrzeug | © panthermedia.net /Arne Trautmann

Damit sein Kind in die Jugendfeuerwehr eintreten kann, nimmt man am besten mit dem zuständigen Jugendfeuerwehrwart der Region Kontakt auf. Dieser ist Hauptansprechpartner und Verantwortlicher; zusammen mit weiteren Jugendgruppenleitern und Betreuern kümmert er sich um das Wohl und die Ausbildung der jugendlichen Feuerwehrleute. Grundsätzlich sollte es kein Problem darstellen, probeweise bei einigen Treffen vorbei zu schauen, um dadurch zu entscheiden, ob das dort durchgeführte Programm und die Atmosphäre gefallen.

Wenn das Kind bereits einige Erfahrungen sammeln konnte, hat es die Möglichkeit, verschiedene allgemeine Leistungsabzeichen zu absolvieren. Dazu zählt die Jugendflamme (Stufe 1-3), wobei unter anderem drei Knoten oder Stiche angefertigt, die Zusammensetzung des Notrufes demonstriert und drei feuerwehrtechnische Aufgaben durchgeführt werden müssen.

Bei der Leistungsspange, der höchsten Jugendfeuerwehr-Auszeichnung, tritt man als Gruppe an und dementsprechend wird auch die Teamleistung bewertet. Die einzelnen Teilnehmer müssen mindestens 15 und dürfen maximal 18 Jahre alt sein. In fünf verschiedenen Aufgaben wird ihr Können auf die Probe gestellt; dazu zählen Kugelstoßen, das schnelle Auslegen einer Schlauchleitung und das Beantworten von unterschiedlichen Fragen. Die Leistungsspange gilt als gute Voraussetzung für den späteren Beitritt zu Freiwilligen Feuerwehr.

Fazit: Mitwirken bei der Jugendfeuerwehr

Es gibt sehr viele gute Gründe, als Elternteil eines feuerwehrbegeisterten Kindes den Eintritt in die örtliche Jugendfeuerwehr in Erwägung zu ziehen. Dort wird nicht nur das Vorgehen im Brandfall vermittelt, sondern gleichzeitig fördert ein Beitritt auch die Teambereitschaft. Davon kann das Kind ohne Frage zukünftig in vielen Alltagssituationen profitieren. Außerdem kommt freiwilliges soziales Engagement in der Gesellschaft gut an; und das Tragen der Feuerwehr-Uniformen macht zu Recht stolz. Also los – Wasser marsch!



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About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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