Studium oder Ausbildung – Was passt besser zu mir?

Wie es nach dem Schulabschluss weitergeht ist eine wichtige Entscheidung, die gut überlegt sein will. Studium oder doch Ausbildung? Das ist die große Frage. Doch welche Vorteile hat das eine gegenüber dem anderen und womit habe ich später die besseren Berufschancen? Wir zeigen euch im Folgenden die Vor- und Nachteile der beiden Formen und geben euch alle Informationen an die Hand, die ihr braucht um für euch die richtige Entscheidung zu treffen.



Unterschiedliche Formen des Lernens

Bevor ihr die Entscheidung trefft, ob ihr ein Studium oder eine Ausbildung beginnen möchtet, solltet ihr euch eine wichtige Frage stellen: Wie lerne ich am besten? Seid ihr eher der praktische Typ, der gerne Dinge direkt ausprobiert anstatt über Büchern zu sitzen? Oder wisst ihr lieber genau Bescheid bevor ihr etwas angeht? Die Herangehensweisen an einen Beruf sind bei Studium und Ausbildung sehr unterschiedlich. Während ihr im Studium alles lernt, was ihr über die theoretischen Grundlagen wissen müsst, bedeutet Ausbildung quasi „Learning-by-Doing“.

Vor- und Nachteile eines Studiums

Studium | © PantherMedia / kasto

Der große Vorteil eines Studiums ist, dass ihr euren Ausbildungsschwerpunkt meist selber setzen könnt. Natürlich sind die Inhalte des Studiums vorher definiert, dennoch habt ihr mehr Freiheiten als während einer Ausbildung. Ihr organisiert euch komplett selber, nicht immer gilt Anwesenheitspflicht, wodurch ihr die Möglichkeit habt, euer Lernen sehr frei zu gestalten. Das erfordert natürlich auch ein gewisses Maß an Organisationstalent und Disziplin, um nicht alle Aufgaben bis zur letzten Minute aufzuschieben. Während des Studiums habt ihr die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu machen und Erfahrungen zu sammeln, die mit einer Ausbildung so nicht möglich wären. Nach dem Abschluss haben Absolvent*Innen nicht nur bessere Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten für leitende Postionen, auch bei den Verdienstmöglichkeiten sitzen die Akademiker am längeren Hebel. Im Durchschnitt verdienen sie nämlich später mehr als Ausbildungsabsolventen.



Ein Punkt, der vielen jungen Menschen ein Studium erschwert, ist der Kostenfaktor. Fürs Studieren bekommt man – anders als bei einer Ausbildung – kein Geld, man muss nur welches zahlen. Es fallen Semestergebühren an, die alle sechs Monate bezahlt werden müssen. Wer für das Studium in eine fremde Stadt zieht, der muss auch noch Miete und andere Lebenshaltungskosten zahlen. Ihr seid dann also entweder auf die Unterstützung der Eltern, etc. angewiesen oder müsst BAföG beantragen. In manchen Studiengängen gibt es Pflichtpraktika. Das ist sehr sinnvoll und sollte ernst genommen werden, da ein Studium häufig sehr theorielastig ist und man währenddessen nur wenig Praxiserfahrung sammeln kann. Je nach Studiengang fällt es manchen Absolvent*innen deshalb schwer nach ihrem Abschluss direkt eine Anstellung zu finden, ohne vorher eine ganze Menge Praktika und Volontariate zu machen.

Vor- und Nachteile einer Ausbildung

Handwerkliche Ausbildung | © PantherMedia / lisafx

Bei einer Ausbildung werdet ihr hingegen schnell eigenverantwortliche Tätigkeiten übernehmen dürfen. Durch den direkten Start ins Berufsleben gewöhnt man sich sofort an einen geregelten Tagesablauf und lernt Disziplin. Eine Ausbildung besteht aus einer Mischung aus praktischer Arbeit im Betrieb und theoretischem Lernen in der Berufsschule. In der Berufsschule werden euch an ein bis zwei Tagen in der Woche die theoretischen Inhalte der Ausbildung vermittelt. Manchmal findet die Berufsschule auch Blockweise statt, sodass man einige Monate lang nur zur Schule geht und dann wieder einen längeren Zeitraum nur im Ausbildungsbetrieb ist. Eine Ausbildung dauert je nach Beruf zwei bis dreieinhalb Jahre, in der ihr ab dem ersten Jahr eine monatliche Ausbildungsvergütung erhaltet, die gestaffelt mit jedem Jahr ansteigt. Dadurch erlangt ihr schnell eine finanzielle Unabhängigkeit und könnt euch die Dinge, die ihr euch wünscht selber kaufen oder sparen. Währenddessen erhaltet ihr Einblicke in das gesamte Unternehmen, indem ihr verschiedene Abteilungen besucht und im besten Fall jede Aufgabe einmal kennenlernen könnt. Viele Unternehmen bilden ihre Auszubildenden aus, um sie nach ihrem Abschluss auch zu übernehmen. Wenn der Arbeitgeber mit euch zufrieden ist, habt ihr also gute Chancen auf eine Übernahme.

Auch wenn die Auszubildenden von Anfang an eine Ausbildungsvergütung erhalten, so haben sie doch im späteren Berufsleben geringere Verdienstmöglichkeiten als Akademiker. Das liegt auch an den begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten. Mit entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen nach dem Abschluss könnt ihr euch jedoch ein höheres Gehalt ermöglichen. Während eurer Ausbildung genießt ihr deutlich weniger Freiheiten als während eines Studiums und müsst euch dem schulischen Charakter der Berufsschuleinheiten fügen. Während die einen das als einen guten Übergang von der Schulzeit empfinden, möchten sich die anderen nach dem Schulabschluss nur ungern weiterhin mit lästigem Matheunterricht herumärgern.

Fazit

Glückliche Teenager | © PantherMedia / wen hui wang

Die Wahl zwischen Ausbildung und Studium fällt gar nicht so leicht. Mit einer Ausbildung könnt ihr direkt ins Berufsleben starten und praktische Erfahrungen sammeln, die euch für den „richtigen“ Berufseinstieg nach der Ausbildung optimal vorbereiten. Bei einem Studium habt ihr deutlich mehr Freiheiten, dafür müsst ihr euch aber auch komplett selber finanzieren und es kann mitunter sehr theorielastig sein. Für viele ist ein duales Studium deshalb die ideale Zwischenlösung. Mit der Kombination der praktischen Arbeit in einem Unternehmen und theoretischen Vorlesungen einer Hochschule bekommt ihr das beste aus beiden Welten.



About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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