Junge spielt Fußball | © panthermedia.net /Bigandt

Tanzen, Fußball, Singen – was muss ich bei der Wahl eines Hobbys für mein Kind beachten?

Ob sportlich oder kreativ – es gibt unzählige Sparten und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Das gilt keinesfalls nur für Erwachsene, ganz im Gegenteil. Viele Sportvereine und Musikschulen raten dazu, schon im frühen Kindesalter Hobbys anzufangen: der ersten Tanzunterricht mit vier, das erste Klavierstück mit fünf, die erste Reitstunde mit sechs.



Aber ist das nicht zu früh? Worauf muss ich achten, damit das Hobby Spaß macht und nicht zur Druckmaschine wird? Und wie kann ich als Elternteil zu diesem Zeitpunkt schon wissen, was am besten passt und am meisten gefällt?

Welche Vorteile hat es, früh mit einem Hobby zu beginnen?

Grundsätzlich hat jede Freizeitaktivität verschiedene Vorteile: Beim Fußballspielen beispielsweise kann man seine Energie rauslassen und baut dabei Kondition und Koordination auf. Wie alle Mannschaftssportarten lernt das Kind so schon früh, dass man nur im Team vorankommt und dass man auch mal Kompromisse für seine Mitspieler eingehen muss. Außerdem gibt es bestimmte Spielregeln, die ausnahmslos und von jedem eingehalten werden müssen.



Das Lernen eines Musikinstrumentes dagegen steigert die Konzentration, die Geduld und das Durchhaltevermögen des Kindes. Die Augen-Hand-Koordination und (selbstverständlich) das Rhythmusgefühl werden verbessert. Nach etwas Übung sorgt ein Eintritt ins Orchester oder in eine Band dafür, dass man Gleichgesinnte kennenlernt und merkt, wie beflügelnd es sein kann, zusammen zu musizieren.

Prinzipiell bringt der frühe Start eines Hobbys also viele Vorteile mit sich, die von Beschäftigung zu Beschäftigung variieren. Ob die Förderung von Bewegungsapparat und Kreativität oder die Verbesserung sozialer Kontakte – wenn man auf ein paar Dinge achtet, ist es mehr als empfehlenswert für Kids.

Was muss ich beachten, damit ich mein Kind nicht überfordere?

Beim Ballettunterricht | © panthermedia.net /VitalikRadko

Beim Ballettunterricht | © panthermedia.net /VitalikRadko

Ein zeitiges Anfangsalter birgt auch Gefahren. Man sollte nicht zu früh anfangen und damit das Kind überfordern. Das perfekte Einstiegsalter kann man nicht pauschal festlegen – es ist von Kind zu Kind verschieden. Wenn man merkt, dass seine Tochter oder sein Sohn noch nicht bereit für feste Trainingszeiten ist und sich jedes Mal lieber mit einem Freund verabreden möchte, dann sollte man das akzeptieren und noch eine Weile warten.

Damit das Kind motiviert und zufrieden bei der Sache ist, ist es ein Muss, den richtigen Trainer bzw. Lehrer zu finden. Kindgerechter Unterricht sollte hier im Vordergrund stehen. Neben festen Regeln gehört auch Spaß zu einer guten Trainingseinheit, damit Kinder von sich aus gerne „am Ball bleiben“. Wichtig ist außerdem eine gute Stimmung zwischen den Kindern, damit diese sich wirklich wohlfühlen können. Nicht immer liegt es am Hobby selbst, wenn das Kind nicht mehr dort hingehen möchte – deshalb ist es wichtig, auf Faktoren wie eine positive Lernatmosphäre direkt am Anfang zu achten.

Gruppen- oder Einzelunterricht? Bei Einzelsportarten oder musikalisch-kreativen Aktivitäten stellt sich recht schnell die Frage, ob Gruppen- oder Einzelunterricht besser ist. Gruppenunterricht ist deutlich preiswerter und man lernt neue Freunde kennen. Allerdings ist er weniger effektiv, da die Gruppe immer nur so schnell wie ihr schwächstes Mitglied ist und sich die besseren Kinder schnell langweilen können. Im Einzelunterricht geht der Lehrer individuell auf seinen Schülern ein und ist ganz für ihn da – dadurch maximiert sich der Lerneffekt und man kommt schneller voran. Das hat allerdings seinen Preis. Ein allgemeiner Tipp: Anfangs kann man mit Gruppenunterricht herausfinden, ob einem das neue Hobby gefällt. Wenn man nach einiger Zeit mehr Fortschritt sucht, ist es ratsam, auf Einzelstunden umzusteigen.

Grundsätzlich gilt es, als Elternteil das passende Mittelmaß zwischen zu wenig Konsequenz und zu viel Druck zu finden. Nur jede dritte Woche zum Handballtraining zu gehen, weil man die beiden anderen Male keine Lust hat, ist wenig effektiv und der Mannschaft gegenüber unfair. In diesem Fall sollte man als Mama oder Papa auf passende Art und Weise eingreifen, um dem Kind zu vermitteln, dass man im Leben eine gewisse Verantwortung hat und bestimmte Treffen einhalten muss. Auf der anderen Seite schadet allerdings auch zu viel Zwang: Gerade wenn man früher zum Beispiel auch leidenschaftlicher Tischtennis-Spieler war, neigt man dazu, seinem Sohn die Liebe zu dieser Sportart aufzudrängen und zu viel von ihm zu verlangen. Ein Sieg in einem Spiel ist schön, aber wenn man mal ein Match verliert ist das auch keine Schande. Turniere machen im Allgemeinen vielen Kindern Spaß, aber man sollte nicht zu viel Druck auf sie ausüben, damit diese Freude am Sport auch lange erhalten bleibt.

Welches Hobby passt am besten zu meinem Kind?

Mädchen spielt Geige | © panthermedia.net /Wavebreakmedia Premium

Mädchen spielt Geige | © panthermedia.net /Wavebreakmedia Premium

Nach all diesen Vorteilen und Dingen, die es zu beachten gilt, stellt sich immer noch die Frage: Wie finde ich das passende Hobby für mein Kind? Hier heißt es, ganz genau auf das Kind zu achten. Bleibt es immer wieder vor der Ponyweide am Ortsrand stehen und beobachtet fasziniert die Pferde, die dort grasen? Dann ist Reiten vielleicht eine gute Wahl. Draußen im Garten rennt der Nachwuchs immer wieder wie wild einem kleinen Gummiball hinterher und kann davon gar nicht genug bekommen – wie wäre es mit einer Ballsportart? Oder spricht der oder die Kleine ständig davon, wie toll die große Cousine Tennis spielt? Bei genauer Beobachtung kann man schon einige Anzeichen für eine passende Freizeitbeschäftigung finden.

Bei der Entscheidung können Schnuppertage oder Probekurse helfen. Beispielsweise in einer Musikschule kann ein Kind schonmal vorher ausprobieren, ob es Spaß an Takt und Melodie hat und welches Musikinstrument seiner Meinung nach am schönsten klingt. Nach ein paar Probestunden im Turnen weiß man schon etwa, was einen hier erwartet und ob Turnstange und Bodenmatte das Richtige sind. Diese Angebote der Sportvereine oder privaten Lehrer also nicht ablehnen, sondern unbedingt ausprobieren!

Auch wenn die ersten Wochen erfolgreich verliefen, bedeutet das aber trotzdem noch lange nicht, dass sich diese Hobbys dann auch zukünftig als richtig herausstellen. Bevor man seinem Sprössling also direkt ein Schlagzeug oder eine komplette Reit-Ausrüstung kauft, sollte man vorher etwas Zeit verstreichen lassen. Wenn sich das Hobby doch als Reinfall ergibt, dann probiert man eben etwas anderes. Man sollte nichts erzwingen, denn davon wird keiner glücklich. Gerade Kinder sind sehr sprunghaft in ihren Wünschen und Gedanken – sie stecken ja schließlich auch mitten im Entwicklungsprozess ihrer Persönlichkeit. Also nicht verzagen und weitersuchen!

Fazit

Teamgeist im Mannschaftssport | © panthermedia.net /matimix

Teamgeist im Mannschaftssport | © panthermedia.net /matimix

Alles in allem ist es sehr ratsam, sein Kind zu motivieren, schon recht früh mit einem Hobby zu beginnen. Wenn man dabei auf ein paar Dinge achtet, kann die Freizeitbeschäftigung zu einer lebenslangen Leidenschaft werden, die es auch in vielen Jahren noch gerne ausübt. Die Wahl des Hobbys bzw. der Hobbys sollte zum Kind passen und kann sich auch im Laufe der Zeit noch mehrmals verändern. Das ist ganz normal; irgendwann werden die Kids sich eingependelt und das Richtige gefunden haben – und davon bestenfalls ganz viel profitieren!



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About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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