demokratischer Erziehungssstil

Zusammen ans Ziel: demokratischer Erziehungsstil

Demokratie ist den meisten Menschen ein Begriff und sie wissen, was eine Demokratie in den Grundzügen ausmacht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich auch in der Pädagogik dieses Konzept wiederfindet. Ein demokratischer Erziehungsstil ist ein wichtiges Thema, insbesondere unter Eltern mit Kindern. Es ist eine Art, Kinder zu erziehen, bei der die Eltern ihren Kindern viele Freiheiten geben, ihnen aber immer noch Regeln und Grenzen setzen.

Ursprung

Der Begriff des demokratischen Erziehungsstils wurde von Kurt Lewin in den 1930er und 1940er Jahre geprägt. In dieser Zeit entwickelte er seine Theorie über drei Führungs- und Erziehungsstile: autoritär, demokratisch und laissez faire. Seine Theorie beruht auf sozialwissenschaftlichen Experimenten.

Ein demokratischer Erziehungsstil basiert auf dem Wunsch nach gegenseitigem Verständnis und Respekt zwischen Eltern und Kindern. Dieser Stil wurde als Reaktion auf den autoritären Methoden der frühen Erziehung entwickelt, die homogenes Verhalten, strikte Regeln und strenge Bestrafung vorsahen. Ein demokratischer Erziehungsstil versucht, eine gelassene und kooperative Atmosphäre zu schaffen, in der Eltern und Kinder lernen, miteinander zu kommunizieren und Probleme zu lösen, ohne Drohungen oder Bestrafungen.

Was ist ein demokratischer Erziehungsstil?

Eltern, welche einen demokratischen Erziehungsstil verfolgen, wollen ihren Kindern keine starren Regeln setzen und aufzwingen und sie auch nicht bevormunden. Stattdessen möchten sie die Selbstständigkeit des Kindes fördern und fordern. Dabei bieten sie ihren Kindern Rückhalt und Unterstützung und geben ihnen gerne Hilfestellungen.

Die Erziehung soll transparent gestaltet werden und für das Kind nachvollziehbar sein. So erfährt das Kind in diesem Erziehungsstil, warum die aufgestellten Regeln und Vorschriften wichtig sind und welchen Zweck sie erfüllen.

Die Kinder sollen gemeinsam mit ihren Eltern Entscheidungen fällen. Die Meinung der Kinder ist in diesem Erziehungsstil genauso wichtig, wie die der Eltern. Es erfolgt eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Kinder können ihre eigenen Ideen und Wünsche einbringen und dürfen auch Dinge hinterfragen.

Der demokratische Erziehungsstil befinden sich in der Mitte, zwischen autoritärem und laissez fairem Erziehungsstil. Es gibt, anders als im laissez-fairen Erziehungsstil, festgelegte Regeln, diese werden jedoch nicht starr durchgesetzt, wie im autoritären Erziehungsstil.

Diese Regeln dienen dem Wohl des Kindes und sollen dabei helfen, dem Kind beizubringen, sich auch an Grenzen zu halten. Innerhalb dieser Regeln kann sich das Kind frei bewegen und entwickeln.

Merkmale

  • Die Meinung von Eltern und Kindern ist wichtig. Und keine der Meinungen ist mehr wert.
    Kommunikation auf Augenhöhe.
  • Kinder dürfen die aufgestellten Regeln hinterfragen und die Eltern erklären diese dem Kind auf Nachfrage.
  • Die Eltern sind dazu bereit, auch einmal mit den Kindern zu diskutieren und über alternative Lösungen zu sprechen.
  • Es gibt keine starren Grenzen.
  • Die Kinder dürfen und sollen selbstständige Entscheidungen treffen. Diese müssen sich allerdings innerhalb des von den Eltern vorgegebenen Rahmen befinden.
  • Entscheidungen, welche die ganze Familie betreffen, werden grundsätzlich von Eltern und Kindern gemeinsam getroffen.
  • Zukünftige Ereignisse werden von den Eltern angekündigt, sodass die Kinder Bescheid wissen und sich darauf einstellen können.
  • Die Kinder erfahren stets Rückhalt und Stabilität von ihren Eltern.
  • Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern wird von Akzeptanz, Offenheit, Wärme und Zuneigung geprägt.
  • Kritik am Verhalten der Kinder wird stets konstruktiv und wertschätzend geäußert.
  • Es gibt keine Strafen, wenn die Regeln missachtet werden. Stattdessen wird über das Fehlverhalten gesprochen und die Eltern erklären, warum die Einhaltung der Regeln so wichtig ist.

Vor- und Nachteile

Wie so ziemlich alles im Leben hat auch der demokratische Erziehungsstil sowohl Vor- als auch Nachteile. Für viele Eltern überwiegen bei der Entscheidung für einen Erziehungsstil allerdings oft die Vorteile.

Vorteile

  • Kinder lernen, mit Kritik umzugehen und werden kritikfähig.
  • Stärkung des kindlichen Selbstvertrauens in dessen Fähigkeiten und Denkvermögen.
    Ermutigung zu eigenen Entscheidungen und dafür, die Verantwortung für die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen.
  • Bereitschaft, gemeinsame Lösungen zu finden und Akzeptanz gegenüber anderen Meinungen. Allgemein besserer Umgang mit Meinungsverschiedenheiten.
  • Förderung des Sprachvermögens und Wortschatzes der Kinder, durch die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern.

Nachteile

  • Eltern müssen viel Geduld und Zeit für diesen Erziehungsstil aufwenden.
    Entwicklung der Neigung, alles ausdiskutieren zu wollen, aufseiten der Kinder.
  • Kindern kann die Bereitschaft fehlen, sich an zwingende Regeln und Grenzen zu halten und diese zu akzeptieren.
  • Diskussionsfreudigkeit der Kinder kann schnell als Respektlosigkeit gedeutet werden und kann so zu Problemen außerhalb der Familie führen.

Wichtig beim demokratischen Erziehungsstil

Zu Beginn müssen Eltern ihren Kindern ein Gefühl der Wertschätzung und Respekt vermitteln. Sie können dies tun, indem sie ein aufmerksames Ohr für die Bedürfnisse ihrer Kinder haben und bei der Durchsetzung einer bestimmten Disziplin kooperativ und nicht autoritär vorgehen. Kinder müssen ermutigt werden, sich an Diskussionen zu beteiligen, bei denen sie konstruktiv Antworten erhalten und auf ihre Bedenken eingehen können. Diskussionen sollten darauf abzielen, Versuch und Irrtum zu erkennen sowie das Problem in einem größeren Zusammenhang zu diskutieren, als nur das Resultat.

Es ist wichtig, dass Eltern beziehungsorientiert und bindungsoffen sind. Das heißt, dass Eltern einen gesunden Ton für gegenseitige Kommunikation, eine konstruktive Lösung für Probleme und Empathie für das Verhalten ihrer Kinder haben müssen. Kinder brauchen Unterstützung, um über ihre Gefühle, Bedürfnisse, Sorgen und Enttäuschungen zu sprechen. Eltern müssen ihren Kindern zuhören, Verständnis zeigen und sie loben, wenn sie ein solches Verhalten zeigen. Eltern sollten beispielsweise Verständnis für ihre Kinder haben, wenn sie schlechte Entscheidungen treffen, statt sie sofort zu bestrafen. Stattdessen geben Eltern ihren Kindern die Möglichkeit, ihren Fehlern entgegenzuwirken und aus ihnen zu lernen.

Ein weiterer Teil des demokratischen Erziehungsstils ist es, Kinder die Möglichkeit zu geben, Entscheidungen zu treffen, soweit ihre Entscheidungen sorgfältig und verantwortungsvoll getroffen werden. Kinder müssen wissen, dass es Konsequenzen für ihre Handlungen gibt. Eltern können ihnen auch helfen, zukünftige Entscheidungen in Bezug auf ähnliche Probleme zu treffen, indem sie ihnen beibringen, kritisch über verschiedene Möglichkeiten nachzudenken.

Das Wichtigste in Kürze

Der demokratische Erziehungsstil hat zwar Regeln, jedoch dienen diese dem Schutz des Kindes. Starre Regeln und die Durchsetzung dieser gibt es in diesem Erziehungsstil nicht. Auch auf Strafen wird verzichtet. Stattdessen wird über Regelbrüche geredet und die Eltern erläutern ihren Kindern, warum die Regeln so wichtig sind.

Eltern und Kinder begegnen sich auf Augenhöhe und es kann über alles geredet werden. Die Erziehung ist geprägt von Verständnis, Wärme und Kommunikation. Die Meinung der anderen Partei wird wertgeschätzt und Kritik wird ausschließlich konstruktiv geübt.

Eltern, die diesen Erziehungsstil verfolgen, müssen Zeit und Geduld mitbringen. Besonders in stressigen Situationen kann das Hinterfragen der Kinder anstrengend sein und Zeit kosten.

FAQ zum Thema demokratischer Erziehungsstil

Was ist ein demokratischer Erziehungsstil?

Der demokratische Erziehungsstil ist eine der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Methoden der Erziehung. Er basiert auf dem Prinzip der Gleichberechtigung, d.h. dass Eltern und Kinder als gleichwertige Partner eingesetzt werden. Diese Art der Erziehung fördert Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein sowie ein nahrhaftes Eltern-Kind-Verhältnis.

Welche Vorteile hat der demokratische Erziehungsstil?

Der demokratische Erziehungsstil kann auch helfen, ein Gefühl der Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein in Kindern zu fördern. Wenn Eltern Kinder ermutigen, sich selbst zu organisieren, richtig zu managen und wichtige Verantwortlichkeiten zu übernehmen, hilft dies, ihr Selbstvertrauen und ihre Fähigkeit zu einer rationalen Entscheidungsfindung zu stärken.

Was sind die drei Erziehungsstile?

Nach Lewin gibt es drei Erziehungsstile: autoritär, demokratisch und laissez faire. Seine Theorie beruht auf sozialwissenschaftlichen Experimenten.

Quellen

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