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Zwei Kinder, ein Raum – wenn Geschwister sich ein Zimmer teilen

Sei es aufgrund von Renovierungsarbeiten oder schlichtweg wegen des Platzmangels: Nicht selten kommt es vor, dass zwei Geschwister in einem Zimmer leben müssen. Viele Eltern fühlen sich unwohl, wenn sie ihren Kindern kein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen können. Dabei war es früher ganz normal, dass mehrere Geschwister in einem Raum schlafen – und auch heute noch können Kinder davon profitieren.



Damit ein gemeinsames Kinderzimmer zu einem harmonischen Familienleben führt, erfordert es bei der Einrichtung des Raumes allerdings besonderes Geschick – z.B, ob man das Kinderzimmer streichen oder tapezieren möchte. Spielmöglichkeiten einerseits und Rückzugsorte andererseits müssen gegeben sein. Wir erklären euch im Folgenden wissenswerte Fakten zum Thema und geben drei hilfreiche Tipps für ein einwandfreies Raumkonzept.

Wie Geschwister vom gemeinsamen Zimmer profitieren können

Nicht immer muss es von Nachteil sein, wenn beide Kinder sich ein Zimmer teilen – oftmals können sie sogar davon profitieren. Gerade in der heutigen Zeit sind viele Kinder gewöhnt, all das zu bekommen, was sie möchten. Da es den meisten Familien an nichts Grundlegendem fehlt, laufen Kleinkinder allerdings Gefahr, wichtige Entwicklungsschritte zu verpassen. So fällt es Kindern, die alleine in ihrem Zimmer leben, beispielsweise in der Regel schwerer, ihr Spielzeug und andere Dinge zu teilen.



Ein gemeinsames Kinderzimmer dagegen sorgt dafür, dass die kleinen Bewohner Verantwortung übernehmen und nicht die ganze Zeit in den Kategorien „mein“ und „dein“ denken. Das Teilen der Spielutensilien erscheint viel selbstverständlicher. Außerdem lernen die Kinder, die Grenzen des anderen zu erkennen und diese rücksichtsvoll einzuhalten. Sie kommunizieren miteinander, messen sich, bauen Vertrauen zueinander auf und streiten auch hin und wieder – wichtige Schritte in der Kindesentwicklung. In den meisten Fällen steigert sich gleichzeitig die Bindung zwischen den beiden Geschwisterkindern, etwa indem sie sich vor dem Schlafengehen noch heimlich Geschichten erzählen.

Welche Geschwisterkombinationen am besten harmonieren

Eine allgemeine Formel für harmonisches Zusammenleben gibt es selbstverständlich nicht. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass die Kombination aus Geschwistern des gleichen Geschlechtes besser funktionieren. Sie haben oftmals ähnliche Interessen und Spielideen. Im Hinblick auf den Altersunterschied hat sich ergeben, dass eine Differenz von zwei bis vier Jahren durchschnittlich am harmonischsten ist. Bei einem Altersunterschied von beispielsweise nur einem Jahr kann eine große Rivalität entstehen, wohingegen bei über vier Jahren Unterschied die Interessen und Gewohnheiten zu weit auseinanderliegen.

Trotzdem kann man sich im Voraus nie sicher sein, ob die beiden Geschwister gut miteinander auskommen oder unter dem Zusammenleben leiden. Verhaltensforscher streiten sich bis heute über die jeweiligen Vor- und Nachteile. Bei einem Alter von bis zu 10 Jahren ist ein gemeinsames Kinderzimmer allerdings in den meisten Fällen unproblematisch und wird von den Kindern als durchweg positiv aufgefasst – sie haben immer jemanden zum Spielen und müssen nicht alleine einschlafen. Vor Eintritt der Pubertät können Kinder somit tatsächlich stark von der Wohnsituation profitieren.

Tipps für ein durchdachtes Raumkonzept

Etagenbett für Kinder | © panthermedia.net /arquiplay77

Etagenbett für Kinder | © panthermedia.net /arquiplay77

Nicht nur die Beziehung der Geschwister im Allgemeinen, sondern auch die Einrichtung des Raumes entscheidet in bedeutendem Maße, ob das gemeinsame Wohnen auf Dauer funktioniert. Dabei sollte für jedes Geschwisterkind genügend Platz zum Spielen, aber auch zum Entspannen vorhanden sein. Mit den nachfolgenden Tipps vermeidet ihr unnötige Streitereien und sorgt für ein Wohlfühl-Zimmer der Extraklasse.



  • Platz sparen: Wenn das Zimmer im Allgemeinen recht klein ist, empfiehlt es sich zum Beispiel, die Schreibtische oder die Kleiderschränke in einen anderen Raum zu verlagern, sodass mehr Platz geschaffen wird und die beiden Kinder nicht auf engstem Raum nebeneinander leben müssen. Auch ein modernes Etagenbett oder zwei Hochbetten, unter denen der jeweilige Schreibtisch Platz findet, sorgen für mehr Geräumigkeit. In vielen Fällen bieten sie sogar integrierte Schubladen oder offene Fächer, in denen allerhand Dinge auf praktische Weise verstaut werden können.
  • Bereiche klar definieren: Damit keine Eifersucht oder Rivalität zwischen den beiden Geschwistern aufkommt, ist es wichtig, von Anfang an klare Bereiche zu definieren. Neben einem gemeinsamen Spielbereich in der Mitte des Raumes sollte jedes Kind auch über sein „eigenes Reich“ verfügen, also über eine eigene Spielkiste und eigene Kuscheltiere. Damit die Kids die Grenzen leichter annehmen können, hilft es, räumliche Trennungen festzulegen – zum Beispiel mittels eines Vorhangs oder eines offenen Regals in der Mitte des Raumes. So können Individualität und Gemeinsamkeit gleichermaßen berücksichtigt werden.
  • Stilvolle Einrichtung: Damit sich beide Kinder in ihrem Zimmer wohlfühlen, sollten sie über die Gestaltung ihres Raumteiles mitbestimmen dürfen. Während die kleinere Schwester lieber Pink mag, möchte die größere vielleicht lieber eine gelbe Wand. Beide Wünsche sollten berücksichtigt werden, denn dann fühlt sich kein Kind benachteiligt. Manchmal führt diese Gestaltung zu einem kunterbunten Farb- und Dekomix, der mitunter ziemlich chaotisch wirken kann. Abhilfe schaffen dezente, schlichte Möbel in Kombination mit farbigen, persönlichen Highlights. Im Endeffekt stehen jedoch die kindlichen Wünsche über dem Stilbewusstsein der Erwachsenen, denn wenn die Kids sich wohlfühlen, sind die Eltern meist auch zufrieden.

About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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