Mädchen mit USA-Flagge | © panthermedia.net /aquamila

Mit Kindern auf große Reise – Tipps für einen gelungenen Familienurlaub in den USA

Die Vereinigten Staaten sind ein außerordentlich kinderliebes Land: In den Restaurants gibt es Kinderstühle, in den Hotels werden ohne Aufpreis Kinderbetten angeboten und die Autovermietungen stellen auf Anfrage sichere Kindersitze zur Verfügung. Außerdem wird Kids in so gut wie keinem anderen Land eine so große Auswahl an Unterhaltung, Spaß und Abwechslung geboten. Gute Gründe also, um den nächsten Familienurlaub im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu verbringen!



Die meisten Eltern äußern jedoch Bedenken, wenn ein Familienurlaub in den United States of America zur Sprache kommt. Die lange Flugreise und die fremde Kultur schrecken viele ab. Dabei lohnt es sich definitiv, den Blick über den Tellerrand zu wagen und auch mit kleineren Kindern eine Reise in die USA zu begehen. Die richtige Vorbereitung ist allerdings unvermeidlich. Wir geben im Folgenden wichtige Tipps zur Reiseplanung und erklären, wie eure Reise ganz und gar unvergesslich wird.

Welche Reiseziele bieten sich an?

Vorab: Eine Reise in die USA lohnt sich nur, wenn man genug Zeit hat, um sich einzugewöhnen und den Urlaub richtig zu genießen. Zwei bis drei Wochen Mindestaufenthalt sind daher so gut wie Pflicht. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Reise in den Sommerferien anzutreten.



Viele Reiseanbieter im Internet bieten Touren durch die gesamten USA an – etwa von New York nach Florida oder von Ost nach West. Solche Trips sind allerdings wenig empfehlenswert, da der größte Teil der Urlaubszeit für den Fahrtweg verloren geht und ein wirkliches Erleben von Land und Leuten nicht möglich ist. Speziell wenn man mit Kindern reist, ist von solchen langen Strecken definitiv abzuraten. Stattdessen sollte man lieber ein Reisegebiet auswählen und dieses ausgiebig erkunden.

Besonders beliebt bei Europäern ist ein Urlaub im Nordosten der USA, denn dieser Landesteil ist verhältnismäßig stark europäisch geprägt und stellt damit einen guten Amerika-Einstieg dar. New York, Washington D.C. oder Boston sind ergiebige Reiseziele, an denen es viel zu sehen und zu erleben gibt. An den Niagara-Fällen oder im Acadia Nationalpark lassen sich wunderschöne Naturereignisse beobachten und an den zahlreichen Badeorten der Atlantikküste kann man sich an heißen Sommertagen herrlich abkühlen.

Auch im Hohen Westen der USA gibt es für Familien viel zu entdecken: Zahlreiche Nationalparks und Indianerreservate laden zu Abenteuerreisen in die Welt der Cowboys und Indianer ein. Die von Nordwesten nach Südosten verlaufenden Rocky Mountains sind ein wahres Naturereignis. Turbulentes Großstadtleben ist dagegen in Las Vegas zu finden – hier kommen besonders Kinder, die bereits etwas älter sind, auf ihre Kosten.

Während die Westküste der Vereinigten Staaten mit dem kalifornischen San Francisco und dem Yosemite Nationalpark ein weiteres beliebtes Reiseziel ist, sind Süden und Mittlerer Westen der USA weniger beliebte Destinationen für Familien. Dort gibt es zwar beispielsweise für Geschichtsinteressierte oder Filmfans einige tolle Attraktionen, aber für Kinder sind hier eher wenige attraktive Programmpunkte zu finden.

Roadtrip oder Resort-Urlaub?

Roadtrip mit Kind | © panthermedia.net /Fabrice Michaudeau

Roadtrip mit Kind | © panthermedia.net /Fabrice Michaudeau

Ganz am Anfang der Urlaubsplanung steht die Frage, ob man sich für einen Roadtrip oder einen Resort-Urlaub an einem festen Standpunkt entscheidet. Beides hat seine Vor-, aber auch Nachteile. Letztendlich liegt es am individuellen Geschmack, für welche Urlaubsart man sich entscheidet und wie viel Planungsaufwand man in Kauf nehmen möchte.

Wer sich für einen Roadtrip entscheidet, sieht viel vom Land und erlebt die amerikanische Mentalität hautnah. Es sind viele verschiedene Impressionen garantiert, aber bei falscher Planung kann ein Roadtrip auch schnell sehr anstrengend werden. Wenn Kinder dabei sind, gilt daher: Maximal 150 Streckenkilometer am Tag zurücklegen und zusätzlich ein paar Ruhetage einplanen! Ansonsten wird die Fahrt schnell zu langweilig und nervenaufreibend. Berücksichtigt man diese Faktoren, entwickelt sich ein Roadtrip allerdings zu etwas ganz Besonderem und sehr Familiärem.

Die Buchung eines Wohnmobils ist praktisch, da die Kinder sich an einen gleichbleibenden Rückzugsort gewöhnen und somit leichter zur Ruhe kommen. Wenn man sich trotzdem gegen eine Wohnmobilreise entscheidet und mit dem Auto durch die USA fährt, sollte man die jeweiligen Zwischenstopps bereit im Voraus festlegen und sowohl Mietwagen als auch Hotel früh genug buchen.

Für Familien, denen eine Rundreise zu anstrengend ist und die lieber einen festen Ort bevorzugen, bietet sich vor allem Florida an. In dem Bundesstaat findet man viele schöne Resorts und kinderfreundliche Angebote. Das nahezu ganzjährig vorhandene Badewetter lädt selbstverständlich zum Planschen ein. Darüber hinaus befinden sich in Florida mehrere Ausflugsziele für Tagesattraktionen – so etwa das Disneyland in Orlando, die Top-Stadt Miami oder die Florida Keys.

An welche Dinge muss vor der Einreise gedacht werden?

Wer sich bereits für einen speziellen Urlaub entschieden sowie Unterbringung, Fortbewegungsmittel und Flug etc. gebucht hat, der hat bereits einen großen Teil der Planungen hinter sich. Doch es gibt noch ein paar organisatorische Dinge, die vor Antritt des Urlaubes unbedingt erledigt werden müssen.

Zu allererst ist es mehr als ratsam, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen! Schließlich ist es gerade auf Reisen mit kleinen Kindern nicht auszuschließen, dass beim Spielen und Erkunden der Umgebung etwas passiert. Auch wenn man natürlich hofft, dass dieser Ernstfall nicht eintritt, ist eine Absicherung für den Notfall äußerst empfehlenswert – denn die Kosten für eine ärztliche Behandlung in Amerika sind ohne Krankenversicherung sehr hoch. Des Weiteren sollte man auch über die Buchung einer Reiserücktrittsversicherung gründlich nachdenken.

Für einen Aufenthalt in den USA benötigt jeder Reisende (auch Kleinkinder!) zwangsläufig einen gültigen Reisepass und entweder ein zulässiges ESTA oder ein Visum USA. Andernfalls gilt bereits das Einchecken am Flughafen und das Einschiffen auf einem Schiff als nicht legal. In den meisten touristischen Fällen reicht es, wenn man online ein ESTA für die USA beantragt – wer nur aufgrund eines kurzen Urlaubes in die USA einreisen will, benötigt in der Regel nämlich kein richtiges Visum. Genaue Voraussetzungen und weitere Informationen findet man ganz einfach im Internet.

Was ist beim Fliegen mit Kindern zu beachten?

Auf den Flug vorbereiten | © panthermedia.net /Lev Dolgachov

Auf den Flug vorbereiten | © panthermedia.net /Lev Dolgachov

Die meisten Eltern bekommen ein flaues Gefühl im Magen, wenn sie an die lange Flugreise mit ihren Kindern denken. Doch mit der richtigen Planung im Voraus sind diese Sorgen meistens unbegründet. Um Kinder optimal auf den anstehenden Flug vorzubereiten, erklärt man ihnen am besten einige Tage vorher, was sie erwartet. Über Bilderbücher oder verständliche Videos bekommen Kids eine bessere Vorstellung von den Ereignisse und freuen sich sogar oftmals auf das kommende Abenteuer. Auf mögliche Ängste bereits jetzt eingehen und auch beim Start das Kuscheln nicht vergessen!

Eine Flugreise in die USA ist lang – da kann es einem schnell langweilig werden. Das A und O eines gelungenen Fluges bildet daher das Handgepäck. Die meisten Fluggesellschaften haben zwar eigene Spiele und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten an Bord, aber trotzdem sollte man unbedingt Kuscheltiere, Bilderbücher und Malsachen einpacken! Mit diesen Utensilien lässt sich die Zeit besser vertreiben. Auch Hörbücher und Filme zum Herunterladen sorgen dafür, dass die Langeweile bestmöglich vertrieben wird. Während des langen Fluges gerne auch mal gemeinsam aufstehen und durch die Gänge laufen – Bewegung tut gut und außerdem ist es sehr interessant, das Flugzeug nebenbei zu erkunden.

Passende Babynahrung für die Kleinsten gehört ebenfalls ins Handgepäck. Dabei sollte an alle Notfälle gedacht werden, falls mal etwas danebengeht – dazu zählen Wechselkleidung, ein Lätzchen und alle weiteren Dinge, die man im normalen Alltag benötigt. Für den älteren Nachwuchs bietet es sich an, verschiedene Leckereien einzupacken. Auch Süßigkeiten werden heute ausnahmsweise gerne geduldet. Mit Kaugummi oder Weingummis lässt sich außerdem der Druckausgleich auf den Ohren besser aushalten. Ansonsten gibt es in der Apotheke auch spezielle Ohrstöpsel, die das unangenehme Drücken auf den Ohren mindern.

Darüber hinaus sollte man eine gewisse Reiseapotheke bereithalten: Nasentropfen, Kopfschmerztabletten und Fieberzäpfchen helfen schließlich wenig, wenn sie im Koffer liegen und nicht griffbereit sind. Da die Kabinenluft zudem sehr trocken ist, freuen sich viele Kinder über ein Meersalzspray zur Befeuchtung der Nasenschleimhäute.

Die perfekte Reisezeit ist grundsätzlich nachts, da die meisten Kinder irgendwann ganz automatisch einschlafen. Grundsätzlich gilt: Ruhig bleiben und nicht zu viel Wert auf eventuelle Beschwerden von kinderlosen Mitreisenden legen! Kinder sind nun mal keine Maschinen und haben eigene Bedürfnisse, weshalb man trotz genervter Sitznachbarn gelassen bleiben sollte.

Welche Programmpunkte vor Ort eignen sich für Kinder?

Nach der Landung gilt es erstmal, sich langsam an die neue und ungewohnte Umgebung zu gewöhnen. Aufgrund des Jetlags werden alle Familienmitglieder in den ersten Tagen morgens früh wach und abends schnell müde sein – wenn man das einplant, stellt das jedoch entgegen vieler elterlicher Erwartungen kein großes Problem dar.

Nach dieser etwas mühsamen Eingewöhnungszeit steht einem vielfältigen Programm nichts mehr im Wege. Je nachdem, in welchem Gebiet und in welchem Bundesstaat man sich aufhält, gibt es die unterschiedlichsten Programmpunkte für Familien. Während ältere Kids sich mehr im Großstadtdschungel wiederfinden, mögen es Kleinkinder lieber privater: Die Route sollte also nach den Bedürfnissen jedes Familienmitgliedes geplant werden. Am besten informiert man sich bereits daheim über Tagesausflüge und Co., und fragt zusätzlich vor Ort nach persönlichen Empfehlungen.

Ein Besuch einer der zahlreichen US-Nationalparks lohnt sich für Kinder meistens nicht unbedingt wegen des besonderen Ausblicks, sondern wegen der vielen Tiere. Viele Nationalparks bieten sogenannte „Junior Ranger Programme“ an, bei denen Kinder einen Tag lang Einblick in die Ranger-Arbeit erhalten und bei mehreren Aufgaben mithelfen dürfen – für viele ein absolutes Highlight-Erlebnis. Zudem sind die vielen typisch amerikanischen Feste, Paraden und Shows ein wahres Paradies für Kinder! Auf Hüpfburgen oder in Fahrgeschäften kommen sie dabei auf ihre Kosten. Auch erlebnisreiche Kanutouren oder geführte Ausritte gibt es in Amerika en masse. Als wahrer Klassiker und Höhepunkt gilt selbstverständlich der Besuch des Disneylands (entweder in Los Angeles oder in Orlando).

Themenparks, kinderfreundliche Museen und Streichelzoos: Im Allgemeinen sind die USA ein sehr kinderfreundliches Land mit unzählig vielen Möglichkeiten. Wer auf die Bedürfnisse seiner Kinder eingeht und ihre Wünsche bei der Programmplanung berücksichtigt, wird mit Sicherheit einen unvergesslichen Familienurlaub erleben!



About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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