Viel Putzen ist nicht immer gut | © panthermedia.net / Arne Trautmann

Übertriebene Hygiene? Darum sollten Sie weniger putzen!

Fast alle Menschen mögen es gerne sauber und ordentlich. Putzen ist daher etwas, das wir alle tun – manche häufiger, manche seltener. Manche machen es gerne selbst und häufig, während andere sich eine Putzhilfe für die lästigen Arbeiten gesucht haben. Weshalb ist uns Hygiene in unserer Umgebung so wichtig und kann man es auch übertreiben?

Sauberkeit und Hygiene als Statussymbol

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Wenn jemand in einer sehr aufgeräumten Wohnung oder einem Haus lebt, das dem Anschein nach an jeder Ecke blitzt und keinen Staub aufweist, wird dieser Mensch hierfür überwiegend positive Gefühle ernten. Diese Person wirkt auf andere organisiert und kontrolliert. Sie erledigt ihre Aufgaben und hat ihr Leben im Griff. Wenigstens von außen betrachtet wirkt das Gegenteil eben auch gegenteilig: Wird offenbar selten geputzt und kaum Wert auf Hygiene gelegt, empfindet das Umfeld diese Person als schlampig und „unsauber“. Meist wird dadurch auch auf andere Lebensbereiche geschlossen: Wie sollte eine Person, der Putzen lästig ist, erfolgreich in ihrem Job sein können oder in der Kindererziehung richtig handeln? Ihr werdet automatisch von der vorherrschenden Hygiene, die eine Person betreibt oder nicht betreibt, auf deren Charakter schließen und könnt euch diesem Gefühl kaum verschließen. Und genau deshalb möchten wir auf Andere möglichst sauber wirken, denn wir wissen, was wir von Menschen denken, die es scheinbar nicht sind. In gewisser Weise ist Hygiene also ein Statussymbol. Ihr solltet euch befreien von diesem Druck und euer eigenes Denken in dieser Hinsicht ändern.

Putzzwang ist eine ernsthafte Erkrankung

Wer ständig das Gefühl hat, perfekt sein zu müssen, wird im eigenen Haushalt vermutlich nie zur Ruhe kommen. Denn putzen könnte man im Prinzip ständig. Wer Kinder und/oder Haustiere hat, wird es selten erleben, dass es länger als 2 Stunden wirklich sauber ist. Aus diesem Druck kann allerdings schnell ein Zwang entstehen, der euch komplett vereinnahmt. Wer vor jedem Besuch von Freunden und Bekannten über Stunden hinweg putzt und sich völlig verkrampft, sollte ganz dringend Hilfe in Anspruch nehmen.

Übertriebene Hygiene ist sinnlos – Und schadet uns

Da ein perfekter und makelloser Zustand niemals erreicht werden kann, ist übertriebene Hygiene schlicht unnötig. Natürlich könntet ihr permanent die Toilette oder die Türgriffe desinfizieren, aber wozu eigentlich? Habt ihr Angst vor Bakterien, so reicht „normales“ Putzen tatsächlich aus. Desinfektion ist in Krankenhäusern natürlich überaus wichtig, aber dort befindet ihr euch in euren privaten Räumen und müsst keine Vireninvasion fürchten. Sollte es tatsächlich passieren, dass ein Familienmitglied sich mit einem Virus angesteckt hat, so wäre es sinnvoller, ihr würdet euch während ihrer Erkrankung ohnehin anderswo einquartieren. Schützen kann man sich auf engem Raum im Prinzip überhaupt nicht. Mit scharfen Putzmitteln schadet ihr außerdem eurer Gesundheit. Im schlimmsten Fall können damit sogar Allergien ausgelöst werden.

Fazit: Weniger ist tatsächlich mehr

Putzen wird zum Zwang | © panthermedia.net / Christian Fickinger

Putzen wird zum Zwang | © panthermedia.net / Christian Fickinger

Sicherlich wünscht ihr euch und eurer Familie nicht, dass durch übertriebene Hygiene eine Allergie oder Asthma ausgelöst wird. Vor allem die extremen Duftstoffe in den meisten Reiniger geben uns fälschlicherweise das Gefühl von Sauberkeit. Dabei handelt es sich schlicht um wahre Chemieschleudern, die wir unseren vier Wänden verbreiten. Staub beispielsweise lässt sich am besten mit einem trockenen Staubtuch beseitigen. Das schont einerseits die Umwelt und andererseits den eigenen Geldbeutel.

Oberflächen müssen nicht mit aggressiven Reinigern desinfiziert werden. Auch beim Waschen ist übertriebene Hygiene oft schädlich. Weichspüler oder Hygienereiniger mögen sicherlich gut duften und entsprechen dem, was die meisten Menschen als „saubere“ Wäsche bezeichnen würden, doch in erster Linie schaden sie damit eurer Haut. Gerade für Kinder besteht hierbei eine ernsthafte Gefahr. Juckreiz und rote Flecken sind ein Zeichen dafür, dass ihr es bei der Wäschereinigung übertreibt. Wäsche sollte stattdessen möglichst heiß gewaschen werden: 90 Grad sind absolut ausreichend zum Beseitigen von Bakterien.

About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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