Selbststaendige Kinder durch Montessori | © panthermedia.net / tan4ikk

Alternative Montessori-Pädagogik | Lernen, es selber zu tun

„Hilf mir, es selber zu machen!“, ist das Motto der Montessori-Pädagogik. Das Kind ist laut diesem erzieherischen Ansatz eine einzigartige Persönlichkeit. Es soll im Laufe der Erziehung ein gesundes Maß an Selbstständigkeit und Selbstvertrauen erlernen, die ihm das spätere Leben erleichtern werden. Jedes Kind ist anders, das bedeutet, dass auch jedes Kind sein eigenes Tempo hat, in dem es lernt und sich entwickelt und das ihm keiner vorgeben kann. Das Selbstvertrauen resultiert daraus, das Kind im eigenen Tempo machen zu lassen und es nicht zu kritisieren, weil es etwas zu schnell oder langsam macht. Es gilt das Kind anzuleiten und es dann aber selbstständig arbeiten zu lassen.

Hilfestellungen werden natürlich nicht verweigert, aber vermieden. Daraus resultiert die Selbstständigkeit. Zu diesem selbstbestimmten Arbeiten gehört aber auch das Sammeln von Erfahrungen und Lernen von Konsequenzen. Kippt man beim Malen das Wasserglas um, dann ist das Glas nun mal leer, die Konsequenz daraus ist, dass man nicht mehr weiter malen kann. Auch die Freiarbeit ist ein wichtiger Teil der Arbeit von Montessori-Pädagogen. Im Folgenden wollen wir euch den Ansatz der Montessori-Pädagogik ein bisschen genauer erläutern, gehen auf die Erfinderin und den Ursprung Montessoris ein und unterscheiden zwischen verschiedenen Vorgehensweisen für unterschiedliche Altersklassen.

Lernen, es selber zu tun

Die Montessori-Pädagogik kann das Kind – sofern gewünscht – die gesamte Kindheit über begleiten. Sowohl in Krabbelgruppen und Kindergärten, als auch in Grund- und weiterführenden Schulen ist die Montessori-Pädagogik zu finde. Bis zum Abitur, also bis zu 13. Klasse, kann der Ansatz die Kinder begleiten und nachhaltig prägen. Was besonders in Kindergarten und Grundschule dabei unverzichtbar ist, ist das Montessori-Lernmaterial, zu dem Spielzeuge und Lernmaterialien gehören. Auf der verlinkten Fachseite finden Pädagogen, Eltern und Neugierige eine große Auswahl an Materialien, die dem Kind helfen sollen, sich in seinem Tempo und so individuell wie möglich zu entwickeln.

Geschichte

Anleiten, dann selber machen lassen | © panthermedia.net / vitmarkov

Anleiten, dann selber machen lassen | © panthermedia.net / vitmarkov

Die Montessori-Pädagogik beruht auf dem Konzept von Maria Montessori, die von 1870 bis 1952 in Italien lebte. Sie entwickelte ihre – für damalige Verhältnisse – vollkommen neuartige Pädagogik im Alleingang und eröffnete 1907 in San Lorenzo, eine armen Viertel in Italien, ihr erstes Kinderhaus. Hier praktizierte sie ihre Anleitung zum perfekten Lernen und gewann schon bald die ersten Anhänger. Viele Einrichtungen folgten ihrem Beispiel und nur wenige Jahre später wurde schon die erste deutsche Montessori-Schule eröffnet. Sie veröffentlichte einige Bücher und brachte durch Lesungen und Vorträge ihr Pädagogik unter die Leute.

Während der NS-Zeit wurde der Montessori-Ansatz verboten. Dass jedes Kind – egal welcher Herkunft – in seinen Persönlichkeitsrechten bestärkt wurde und sich frei entfalten durfte, entsprach so gar nicht den Vorstellungen des NS-Regimes zu Lehrmethoden und Kindererziehung. Mehr über die Geschichte Maria Montessoris erfahrt ihr auf der verlinkten Seite. Sie war nämlich nicht nur Vorreiterin in der innovativen Kindererziehung, sondern auch die erste Frau, die in Italien als Ärztin promovierte. In der heutigen Zeit hat die Pädagogik von Maria Montessori, die ihr zu Ehren Montessori-Pädagogik genannt wurde, viele Fürsprecher und wird weltweit unterrichtet.

Kindergarten, Grundschule, Abitur

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Nach dem Montessori-Ansatz werden nicht nur kleine Kinder, sondern auch Teenager unterrichtet. Gerade im Kindergarten- und Grundschulalter prägt der Umgang mit den Kindern entscheidend ihre Persönlichkeit und spätere Entwicklung. In diesem Alter ist die Erziehung natürlich intensiver. Das selbstständige Arbeiten muss erst erlernt werden, Abläufe und Konsequenzen, sowie ein individuelles Gefühl für die eigene Persönlichkeit hat das Kind in so jungen Jahren noch nicht entwickelt. Daran gilt es zu arbeiten. Auch die Montessori-Spielzeuge haben in diesem Alter den größten Einfluss auf die Kinder. Auf weiterführenden Schulen, wenn die Kinder das Konzept der Montessori-Erziehung vielleicht schon verstanden haben, werden sie sich von Lernspielzeugen – je älter sie werden – nicht mehr beeindruckt zeigen. Nun gilt es nur noch, die Kinder, bzw. Teenager in ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen und das Selbstvertrauen, bzw. die Selbstständigkeit, die sie in der frühen Kindeserziehung aufgebaut haben, zu erhalten und zu bestärken.

Fazit

Was am Ende dabei – salopp gesagt – „herauskommt“, sind im besten Fall junge Erwachsene, die sich ihrer Individualität und einzigartigen Persönlichkeit bewusst sind und selbstbewusst ins selbstständige Leben starten können. Nicht bei allen Kindern schlägt die Montessori-Pädagogik an und natürlich gibt es auch die eine oder andere Kritik zur Montessori-Pädagogik. Auf der verlinkten Seite erfahrt ihr, warum dieser manch einer auch skeptisch gegenübersteht. Das Grundkonzept der Montessori-Pädagogik ist aber ein einzigartiges und in dieser Form kaum anders wo zu finden.

About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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