Weihnachten ohne Stress | © panthermedia.net / Arne Trautmann

Stressfreie Weihnachten mit Kindern – perfekt unperfekt

Einmal noch mal Kind sein und das Weihnachtsfest einfach nur genießen können und glücklich sein – ganz ohne Stress und Hektik. Als Erwachsener wünscht man sich gerade im Weihnachtsstress so manches Mal eben diese Zeit zurück. Stattdessen verfallen wir in der Weihnachtszeit in eine Art Perfektions-Wahnsinn, damit das Fest so schön wie nie zuvor wird. Doch gerade wenn man Kinder hat, ist diese Anspruchshaltung nicht immer förderlich – sie hindert daran, einfach nur noch genießen zu können. Denn vielfach stehen uns immer wieder unsere eigenen Ansprüche und der Hang zum Perfektionismus im Weg.

Eigene Kindheitserinnerungen gegen die Hektik

Adventskalender haben Tradition | © panthermedia.net / Bernhard Spieldenner

Adventskalender haben Tradition | © panthermedia.net / Bernhard Spieldenner

 

Egal, wo wir zur Weihnachtszeit hinschauen – überall in den Städten glitzert und leuchtet es und die Schaufenster sind rappelvoll mit Weihnachtsdeko und tollen Sachen, die gekauft werden sollen. Wenn man die Menschen allerdings einmal genau beobachtet, kann man sehen, wie gestresst sie hin und her hetzen – und man selbst macht genau das, was alle machen: Kaufen, basteln, dekorieren, backen, und noch mal kaufen. Und immer der Gedanke, ob man auch nichts vergessen hat. Genau das verursacht ganz schnell eigenen Stress und vor allem auch Druck – Druck, alles so wie perfekt wie möglich zu machen. Aber muss das wirklich so sein? Hier auf Elternchecker.de hatten wir ja das Thema schon öfters.

In den Erinnerungen der eigenen Kindheit sind diese Dinge meistens ausgeblendet, als Kind hat man nur den Zauber des Weihnachtsfestes wahrgenommen und am Heiligabend endlich mit leuchtenden Augen vor dem Weihnachtsbaum gestanden. Für viele Menschen rufen die Erinnerungen an die kindlichen Weihnachtsfeste Gedanken an Liebe, Zufriedenheit und Geborgenheit hervor – und genau das ist es auch, was Weihnachten eigentlich ausmacht. Wenn man also wieder einmal schon von den Gedanken gestresst ist, was es alles so zu erledigen gibt, ist es hilfreich sich einmal zurückzubesinnen und zu versuchen, auf das Wesentliche der Weihnachtszeit zu konzentrieren.

Bitte keinen Stress – erst mal einen Plan machen

Weihnachten - mit Plan gegen den Stress | © panthermedia.net / luckybusiness

Weihnachten – mit Plan gegen den Stress | © panthermedia.net / luckybusiness

 

Gefühlt steht für viele Menschen Weihnachten jedes Jahr immer wieder total plötzlich vor der Tür – und dann muss in den letzten Wochen alles plötzlich sehr schnell gehen. Um die Tage entspannter anzugehen und nicht alles aus dem Blick zu verlieren, hilft ein guter Plan. Hier sollte zunächst alles festgehalten werden, was erledigt werden muss – im Idealfall auch, bis wann. Folgende Fragen sollten zum Beispiel für einen Rahmenplan beantwortet werden:

  • Wann werden Plätzchen gebacken?
  • Wann ist Zeit, um in Ruhe Weihnachtsgeschenke zu besorgen?
  • Wer wird alles beschenkt?
  • Welche Termine gibt es außerhalb der Familie (z.B. Weihnachtsfeiern)?
  • Wer bekommt Weihnachtskarten und wann werden sie verschickt?
  • Ist die Weihnachtsdeko noch intakt, vollständig oder muss sie ersetzt werden?
  • Funktionieren alle Lichterketten?
  • Wann wird der Weihnachtsbaum besorgt?
  • Welche Besuche stehen an welchen Tagen an?

Wichtig: Für Menschen, die Geschenke trotzdem gerne erst auf den letzten Drücker am Abend vor Heiligabend einpacken: Nachschauen, ob noch genug Klebeband vorhanden ist!

Rituale bringen Ruhe in die Weihnachtszeit

Traditionelles Weihnachtsessen | © panthermedia.net / matthias fährmann

Traditionelles Weihnachtsessen | © panthermedia.net / matthias fährmann

 

Natürlich haben auch unsere Eltern Geschenke besorgt, Plätzchen gebacken und alles dafür getan, dass es ein wunderbares Fest wird. Allerdings waren die Möglichkeiten und die Auswahl etwas geringer, es gab vielleicht noch mehr Tradition und es musste nicht jedes Jahr von Neuem über ein neues sensationelles Festtagsmenü nachgedacht werden. Gerade die wiederkehrenden Rituale können einen wesentlichen Teil zum Gefühl der Geborgenheit und Beständigkeit beigetragen.

So kann zum Beispiel eine weitergeführte Tradition wie zum Beispiel das Weihnachtsessen aus der eigenen Kindheit ein wenig den Druck nehmen, sich jedes Jahr wieder aufs Neue Gedanken über das Weihnachtsmenü zu machen. Zudem sind solche Gerichte oftmals wesentlich einfach und schlichter – das gilt besonders für das Essen am Heiligabend.

Wenn Ihr Euch an Eure eigene Kindheit zurückerinnert, was kommt Euch dann als erstes in den Sinn: Ein unvergessliches 5-Gänge-Menü oder das gemütliche Beisammensitzen mit der ganzen Familie mit voller Vorfreude auf die Bescherung? Gerade Kinder brauchen keine kulinarischen Spezialitäten, sondern freuen sich einfach über ein Essen, das ihnen schmeckt.

Plätzchen backen mit Kindern – die gemeinsame Zeit zählt

 

Leckere Plätzchen sind aus der Weihnachtszeit natürlich nicht wegzudenken, und gerade Kinder lieben es, mit Mama oder Papa oder auch beiden zu backen. Wer hier jetzt allerdings noch seine eigenen Maßstäbe an die Plätzchen hat, bevor der Nachwunsch seine Hände mit im Spiel hatte, sollte diese besser ganz schnell vergessen. Denn genau dann kann das Plätzchen backen schon in Stress ausarten.

Das Wichtigste beim Backen mit den Kindern ist das Backen selbst und die gemeinsam verbrachte Zeit – und garantiert kein perfektes Ergebnis, mit dem es sich im Büro oder bei Freunden prahlen lässt. Für die Kinder zählt die Sache selbst: kneten, stechen, verzieren – und zwischendurch naschen. Und wenn die Arbeit getan ist und alle Plätzchen fertig sind, am besten mit Mama und Papa ab aufs Sofa damit und eine schöne Weihnachtsgeschichte hören.

Lesetipp: http://www.brigitte.de/rezepte/backen/backen–plaetzchen-fuer-kinder–bunt–suess–lecker-10621898.html

Weihnachtsdekoration – Kinder helfen lassen

 

In jedem Katalog sehen wir die perfekte Weihnachtsdeko in einem perfekten Zuhause – und genau dieser Anblick setzt uns unbewusst unter einen Zwang, dass es bei uns ebenso aussehen muss. Vielleicht haben auch Freunde schon alles perfekt dekoriert und die Nachbarn übertreffen sich gegenseitig mit Lichterketten und Außenbeleuchtungen. Und schon steigen die eigenen Ansprüche und wir merken, wie wir wieder mal unter Zeitdruck geraten und das Gefühl haben, niemals alles bis zum 24. Dezember zu schaffen.

Kinder helfen gerne mit – vor allem wenn es darum geht, das Heim hübsch zu dekorieren. Nur sind Kinder eben auch nicht immer perfekt. Die Kugeln sind vielleicht nicht gleichmäßig am Baum verteilt, die gebastelten Papiersterne am Fenster sehen nicht aus wie aus einem Design-Katalog und die Farbzusammenstellung aus den verschiedenen Deko-Elementen am Adventskranz sieht ein bisschen abenteuerlich aus.

Wenn man aber einen zweiten Blick darauf wirft, wird eines ganz deutlich: Hier haben Kinderhände liebevoll geholfen, es wurde gemeinsame Zeit mit Eltern und Geschwistern verbracht und im besten Fall hatten alle viel Spaß daran. So eine Dekoration ist doch Grunde viel mehr Wert und vor allem auch individueller, als der Möbel-Katalog-Style.

Delegieren und Co. – Freiräume schaffen

Entspanntes Beisammensein an Weihnachten | © panthermedia.net / Ingrid Balabanova

Entspanntes Beisammensein an Weihnachten | © panthermedia.net / Ingrid Balabanova

 

Dass Zeit in der heutzutage besonders wichtig ist, um auch vom Alltagsstress abschalten und entspannen zu können, steht für die meisten Menschen vermutlich außer Frage. Um mehr Qualitätszeit und damit mehr Raum für sich selbst, die Familie und den Kindern in der Weihnachtszeit zu schaffen ist es sinnvoll, Dinge auszulagern oder auch mal zu delegieren.

Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel Besuchern zum Beispiel beim gemeinsamen Adventskaffeetrinken zu bitten, selbst etwas dazu beizusteuern, in dem sie ein Kuchen oder Plätzchen mitbringen. So wird der Gastgeber mit er ganzen Arbeit nicht komplett alleine gelassen und es ist ein stressfreies Zusammensein möglich, dass man noch besser genießen kann.

Fazit

Statistik: Was essen Sie üblicherweise an Heiligabend? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

Um Stress in der Weihnachtszeit zu vermeiden und diese schöne Zeit voll und ganz mit den Kindern genießen zu können, ist es sehr hilfreich, von den eigenen Ansprüchen und dem eigenen Perfektionismus Abstand zu nehmen. Kindern ist es nicht wichtig, ob es Heiligabend ein 5-Gänge-Menü oder Kartoffelsalat und Würstchen gibt – sie wünschen sich eine schöne Zeit mit der Familie und möchten den Moment genießen – und daran werden sie sich später vermutlich viel mehr erinnern, als an das perfekte Festtagsmenü und den stylischen Adventskranz.

About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.