Junge mit seinem Hund | © panthermedia.net /sonyae

Hund, Katze, Hamster – das erste eigene Haustier

Früher oder später äußert so ziemlich jedes Kind den Wunsch nach einem eigenen Haustier. Sei es an Weihnachten, zum Geburtstag oder einfach weil der beste Freund aus der Grundschule gerade einen Hund bekommen hat – auf einmal ist die Sehnsucht nach einem tierischen Begleiter da. Und Mama und Papa sind nun vor die Wahl gestellt, ob sie diese erfüllen oder eben nicht.



Grundsätzlich gibt es viele Vorteile für Kinder, wenn sie gemeinsam mit Tieren aufwachsen. Allerdings müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein, damit sich der Traum vom Tier nicht zum Albtraum entwickelt. Was sollte ich bei der Anschaffung eines Tieres beachten? Und welches Tier passt am besten zu meinem Kind?

Vorteile für Kinder

Der Kontakt zu Tieren hat auf Kinder eine ganz besondere Wirkung: Auch wenn sie vorher noch ganz wild herumtobten, werden sie beim Anblick eines Pferdes plötzlich leise und wollen es ganz vorsichtig streicheln. Sie können gar nicht genug davon kriegen, die Katzen der Nachbarin beim Spielen zu beobachten oder die Ziegen im Streichelzoo zu betätscheln. Ganz egal, welche Tierart, welche Gestalt und welche Größe – Kinder sind durch und durch fasziniert von tierischen Wesen.



Daher ist es auch eine mehr als gute Idee, über ein eigenes Haustier nachzudenken. Mit der Anschaffung eines Tieres nimmt man Verantwortung auf – schließlich muss es regelmäßig gefüttert werden und braucht nebenher Aufmerksamkeit. Außerdem muss sich um die Säuberung des Stalles gekümmert werden. Über diese Aspekte lernen Kinder, dass ihre Haustiere auf sie angewiesen sind und man jeden Tag Pflichten hat, die man nicht vergessen darf. Das beschleunigt den Entwicklungsprozess und verbessert die Selbstständigkeit. Ganz nebenbei stärkt der regelmäßige Kontakt zu Tieren auch das Immunsystem.

Außerdem nehmen Vierbeiner für Kinder oft die Rolle eines Freundes ein. Die Kleinen erzählen ihren tierischen Begleitern von ihren Problemen, können ihnen Geheimnisse anvertrauen oder sie in schlechten Zeiten einfach mal ganz doll kuscheln. So kommt bei ihnen das Gefühl auf, nicht alleine zu sein und einen Seelenverwandten zu haben. Tiere verstehen das: Dadurch, dass Kinder ihnen vollkommenes Vertrauen entgegenbringen und sie aus ihrer Intuition heraus behandeln, merken gerade Hunde häufig, wenn es den Kids mal schlechter geht. Nicht selten entsteht eine so besondere Beziehung zwischen Kindern und ihren Haustieren, dass sie für Erwachsene von außen nur schwer zu erklären ist.

Gefahren bei der Anschaffung

Zwei Meerschweinchen | © panthermedia.net /lifeonwhite

Zwei Meerschweinchen | © panthermedia.net /lifeonwhite

Doch damit die Anschaffung eines Tieres wirklich positiv ist und sich nicht als Fehler herausstellt, ist es wichtig, vorher ein paar Fragen zu klären. Habe ich wirklich genug Zeit und Geld für ein Haustier? Speziell bei größeren Tieren ist es nicht gerade billig, immer genügend Futter vorrätig zu haben und gerade die Tierarztkosten werden in den meisten Fällen unterschätzt. Reicht der Platz in meiner Wohnung aus? Ein Aquarium oder ein Vogelkäfig nehmen nicht viel Platz weg; ein Hund dagegen fühlt sich in einer Einzimmerwohnung ohne Garten wenig wohl.

Außerdem sollte man sich sicher sein, dass das Kind bzw. die Kinder sich auch wirklich für längere Zeit ein Tier wünschen – nicht, dass das nur eine Eintagsfliege ist und der Vierbeiner nach zwei Monaten schon wieder im Tierheim landet. Das wäre mehr als unfair dem Tier gegenüber, weshalb man seinen Kindern bereits am Anfang klar machen sollte, dass die Anschaffung eines Tieres an 365 Tagen im Jahr Arbeit und Verantwortung erfordert. Tiere sind Lebewesen und dementsprechend ist es möglich, dass es manchmal nicht so läuft, wie man gerne möchte.

Bevor man loszieht und ungeplant ein Tier kauft, sollte man überlegen, ob man es vom Züchter, aus einer Tierhandlung oder aus dem Tierheim holt. Letzteres ist meistens die tierfreundlichste Alternative, denn man ermöglicht so einem Tier die Chance auf ein neues Zuhause außerhalb der Zwingerwände. Allerdings kann man hier nie sicher sein, ob es vorher schlechte Erfahrungen gemacht hat und beispielsweise in bestimmten Situationen aggressiv wird. Das sollte – gerade im Umgang mit Kindern – strengstens vermieden werden. Bei einem Kauf vom Züchter sind die Tiere häufig noch jung. Hierbei gilt es abzuwägen, wie viel Zeit man für Erziehung aufbringen kann, ob man das mit den Kindern vereinbaren kann und ob man genügend Erfahrung für ein Jungtier hat. Im Zweifelsfall lieber ein etwas älteres Tier wählen, was definitiv lieb und ruhig im Umgang mit den Kleinen ist!

Das passende Tier finden

Kleines Kind mit Katze | © panthermedia.net /zagorodnaya

Kleines Kind mit Katze | © panthermedia.net /zagorodnaya

Es gibt zahlreiche Tierarten, die man zuhause halten kann. Klassiker wie Hunde oder Katzen sind seit Langem beliebt und gehören zu den häufigsten Haustierarten in Deutschland – und das nicht ohne Grund. Ein Hund kann bei richtigem Umgang zum treuen Begleiter der Familie werden, der für die Sicherheit vor Einbrechern sorgt, als Kuschelpartner herhält oder im Garten mit den Kids tobt. Hunde bauen eine Bindung zu ihren Herrchen auf und geben ihnen sehr viel zurück. Allerdings erfordern sie auch mehr Arbeit als andere Vierbeiner, denn man muss täglich bei jeglichem Wetter Gassi gehen und ihnen so genügend Bewegung garantieren. Katzen dagegen laufen frei herum und müssen nicht extra bewegt werden – sie sehen ihre Besitzer jedoch in vielen Fällen als reine Futterliferanten und können auch mal ihre Krallen zeigen, wenn man sie streicheln möchte.

Auch Meerschweinchen und Kaninchen sind sehr beliebte Haustiere. Gerade für Kinder sind sie eine gute Wahl, denn sie sehen süß aus und sind flauschig – also somit perfekt zum Knuddeln, wenn man dabei vorsichtig vorgeht. Wichtig ist, dass man diese beiden Tierarten nur in Gemeinschaft eines oder mehrerer Artgenossen hält, denn sie sollten nicht alleine leben. Hamster gelten fälschlicherweise auch oft als geeignete Haustiere. Allerdings sind sie nachtaktiv und schlafen bei Tag: Daher stören sie in der Nacht die Ruhe im Haus und am Tag kann man nicht besonders viel von ihnen beobachten. Also eine eher ungünstige Wahl!

Zu guter Letzt bleiben noch Fische, Vögel und ähnliche Tiere. Diese sind nicht sehr anspruchsvoll, was Fütterung und Pflege angeht und es kann beruhigend oder sogar spannend sein, ihnen zuzuschauen. So richtig viel kann man jedoch nicht mit ihnen anfangen, weshalb viele Kinder schnell das Interesse an ihnen verlieren.

Fazit: das erste eigene Haustier

Familie tobt mit ihrem Hund | © panthermedia.net /alebloshka

Familie tobt mit ihrem Hund | © panthermedia.net /alebloshka

Bei der Anschaffung des ersten eigenen Haustieres muss man einiges beachten. Nur wer wirklich genügend Zeit, Lust und Geld aufbringen kann, sollte diesen Schritt gehen. Stellen diese drei Punkte aber kein Hindernis dar, ist ein Tierkauf nur empfehlenswert, denn Kinder lernen durch tierischen Kontakt, Verantwortung zu übernehmen und finden einen neuen Freund. Für jedes Kind bzw. jede Familie ist eine passende Tierart dabei. Um die richtige zu finden, muss man ehrlich darüber nachdenken, wie viel Arbeit man aufwenden kann und worauf man wert legt. Hunde zum Beispiel sind zeitaufwendig, aber dafür definitiv lebenslange Begleiter, die ihrem Herrchen sehr nahe stehen. Abschließend steht einem Kauf bei guter Überlegung und Planung im Voraus nichts mehr im Wege – und das Tierglück kann beginnen!



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About Simon Schröder

Simon ist ein begeisterter Vater. Durch seine frühere Arbeit in einer Behörde kennt er zudem viele staatliche Leistungen und schreibt gerne über die Möglichkeiten wie man Kindergeld, Elterngeld oder Kinderzuschlag beantragen kann. Darüber hinaus ist er ein Technik-Fan und hat durch seinen Sohn schon viele Babyartikel testen dürfen. Auf Elternchecker.de teilt er seine Erfahrungen zu den Kinderprodukten und freut sich über jedes Feedback.

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