laissez-faire-erziehungsstil

Das Kind entscheidet: der laissez-faire Erziehungsstil

Der laissez-faire Erziehungsstil ist eine Form der Elternführung, bei der Eltern ihren Kindern so viel Freiheit geben, wie sie für sinnvoll halten, und ihre Entscheidungen in einer zurückhaltenden Weise lenken. Im Gegensatz zum autoritären Stil, der Eltern einschärft, dass sie ihre Regeln streng durchsetzen und ihren Kindern vorschreiben, was sie tun und lassen dürfen, kann der laissez-faire Erziehungsstil als sehr locker beschrieben werden.

Der laissez-faire oder auch antiautoritäre Erziehungsstil

Der laissez-faire Erziehungsstil heißt in einem allgemeinen Sinne ‘lasst es geschehen’. Er beruht auf dem Prinzip, dass Eltern ihren Kindern so viel Freiheit geben, wie sie möchten, und ihre Entscheidungen zulassen und nicht versuchen, sie zu ändern oder zu steuern. Es wird erwartet, dass Eltern nicht direkt an der Entscheidungsfindung ihrer Kinder beteiligt sind. Stattdessen unterstützen sie ihre Kinder, indem sie ihnen helfen, sicherzustellen, dass sie ihre Aufgaben verstehen und ihnen Empathie geben, wenn sie sich emotional unwohl fühlen.

Es wird angenommen, dass der laissez-faire Erziehungsstil der größte Zeiteinsatz von Eltern erfordert. Da die Eltern weniger aktiv am Entscheidungsprozess ihrer Kinder beteiligt sind, haben sie mehr Zeit, eine Kommunikationsbrücke zwischen ihnen und ihren Kindern zu schaffen. Sie müssen in der Lage sein, zuzuhören und verstehen zu lernen, was ihre Kinder denken und sich wünschen.

Einige Eltern bevorzugen den laissez-faire Erziehungsstil, weil sie glauben, dass er die Kreativität und Unabhängigkeit ihrer Kinder fördert, indem er ihnen so viel Freiheit gibt, wie sie für vernünftig halten. Darüber hinaus glauben sie, dass dieser Stil Kinder dazu bringt, ihre eigenen Fehler zu machen, sodass sie lernen können, was richtig und was falsch ist. Einige Eltern argumentieren außerdem, dass der laissez-faire Erziehungsstil entlastet, da Kinder zu einem gewissen Grad auf ihre eigene rigorose Erziehung zurückgreifen können.

Was ist ein antiautoritärer Erziehungsstil?

Antiautoritäre Erziehung ist eine Erziehungsmethode, die auf die Entwicklung autonomer Individuen abzielt. Der primäre Fokus liegt auf Freiheit und Selbstbestimmung, gemischt mit einer einzigartigen Interaktion zwischen Eltern und dem Kind. Im Gegensatz zu traditionellen autoritären Erziehungsmethoden, wo Eltern alle Entscheidungen treffen und Kinder sich selten in einem Dialog befinden, legen antiautoritäre Eltern großen Wert auf die Kommunikation. Mit dieser Methode gehen sie so vor, wie sie es für angemessen halten, beim Lösen von Problemen mit dem Kind zusammenzuarbeiten.

Ein antiautoritärer Erziehungsstil bedeutet nicht, dass Eltern keine Grenzen setzen oder ihrem Kind erlauben, allein zu handeln. Stattdessen gehen sie aktiv auf ihr Kind ein, um es über seine Handlungen aufzuklären und es daran zu erinnern, seine Weisheit bei der Lösung von Problemen einzusetzen. Viele Eltern glauben, dass es ihre Pflicht ist, ihrem Kind beizubringen, auf seine Umwelt zu reagieren, sowie sich in verschiedenen Situationen korrekt zu verhalten. Allerdings ermutigt ein antiautoritärer Erziehungsstil nicht nur Kinder zu gehorchen, sondern sie auch zu lehren und ihnen zu helfen, in gesellschaftlichen Situationen selbstbestimmter zu werden.

Antiautoritäre Eltern sind sich auch bewusst, dass ihr Kind schließlich Erwachsene werden wird. Daher versuchen sie ihm die nötige Erfahrung zu geben, indem sie ihm erlauben, Ergebnisse seiner Handlungen direkt am eigenen Körper zu spüren. Es handelt sich hierbei um ein wenig mehr als unbedachte Unterstützung oder Kontrolle durch die Eltern, vielmehr möchten sie ihrem Kind ein sinnvolles Verantwortungsbewusstsein sowie eine Differenzierung zwischen richtig und falsch vermitteln.

Merkmale

Eines der offensichtlichsten Merkmale des laissez-faire Erziehungsstils ist die Entscheidungsfreiheit, die Eltern ihren Kindern geben. Anstatt ihre Kinder festzulegen oder sie auf bestimmte Ergebnisse zu verpflichten, lassen Eltern ihre Kinder mit minimaler oder gar keiner Einmischung entscheiden, wie sie ihr Leben führen wollen. Niemals versuchen sie, sie in eine bestimmte Richtung zu drängen, sondern lassen ihr Kind die Kontrolle übernehmen. Eltern erlauben ihren Kindern, ihrer Neugier und ihrem Interesse freien Lauf zu lassen und ihnen Freiheit zu geben, aber sie unterstützen sie nicht unbedingt, wenn diese Änderungen vornehmen möchten. Dies macht die laissez-faire Erziehung zu einer sehr autonomen Form der Elternschaft.

Neben der Entscheidungsfreiheit der Kinder erhalten Kinder beschützende Hinweise ihrer Eltern. Die Eltern sind nicht unbedingt interessiert daran, was ihre Kinder machen, aber sie lassen sie nicht in ihren Entscheidungen allein. Sie schützen ihre Kinder vor Gefahren oder unangemessenen Aktivitäten und stellen ihnen moralische Standards vor, aber sie lassen den Kindern Freiheiten, einen eigenen Weg zu finden.

Folgen einer antiautoritären Erziehung

Eine übermäßig antiautoritäre Erziehung kann sowohl positive als auch negative Folgen haben.

Positive Folgen

  • Die Kinder können frei ihre Persönlichkeit entwickeln.
  • Sie übernehmen früh Verantwortung für ihre Handlungen.
  • Viele der Kinder wissen früher, was sie wollen.

Mögliche negative Folgen

  • Kinder respektieren weder Regeln, noch Strukturen, noch Autoritäten.
  • Als Erwachsene fällt es ihnen schwer, sich in feste Strukturen zu integrieren und einzuordnen.
  • Kinder reagieren schnell impulsiv, wenn sie ihnen Kopf nicht durchsetzen können, nicht bekommen, was sie wollen oder wenn sie nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.
  • Sie können Schwierigkeiten bei sozialen Interaktionen aufweisen und zu egoistischem Verhalten neigen.
  • Pflichten werden vernachlässigt, da die Kinder nach dem Lustprinzip handeln.

Das Wichtigste in Kürze

Die Grundlage der laissez faire Erziehung ist die Annahme, dass Jugendliche natürliche Neugierde und Interesse haben, weltliche Dinge zu erkunden. Eltern, die laissez-faire Erziehung praktizieren, führen nur die notwendigsten Interaktionen mit ihren Kindern durch, indem sie ihren Kindern einen Rahmen schaffen, in dem diese sich sicher und geschützt fühlen, bevor sie ihnen erlauben, ihrer Neugier und Erkundung freien Lauf zu lassen. Eltern geben ihren Kindern viel Raum, neue Dinge zu entdecken und zu lernen, aber sie sind in der Regel nicht sehr interessiert an ihren Aktivitäten. Sie stehen im Hintergrund, stellen aber Vorschläge und Ideen, wenn sie gefragt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der laissez-faire Erziehungsstil in vielerlei Hinsicht eine positive Auswirkung auf Kinder haben kann: Er kann ihnen helfen, Kreativität und Unabhängigkeit zu entwickeln, und sie ermutigen, ihre eigenen Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Allerdings müssen Eltern, die diesen Erziehungsstil verfolgen, sich bewusst sein, dass sie viel mehr Zeit in die Kommunikation mit ihren Kindern investieren müssen, um ihren Erfolg zu gewährleisten.

Auch wenn es einige Vorzüge hat, beinhaltet ein Laissez-faire Erziehungsstil möglicherweise nicht alle Faktoren, die ein Kind benötigt, um emotional gesund und erfolgreich zu sein. Eltern sollten deshalb über ihre Erwartungen an ihre Kinder und die Art, wie sie sie erziehen, nachdenken, damit sie ein gesundes und produktives Umfeld für sie schaffen können.

Oft macht es die Mischung aus verschiedenen Erziehungsstilen. Ganz ohne Regeln klappt es nicht, auch wenn sie nicht so streng sein sollten wie im autoritären Erziehungsstil. Bei manchen Fragen sollten die Eltern zusammen mit ihren Kindern bestimmen, wie im demokratischen Erziehungsstil. Sie alle haben Vor- und Nachteile.

FAQ zum Thema laissez-faire Erziehungsstil

Was zeichnet den laissez-faireren Erziehungsstil aus?

Die Grundlage der laissez faire Erziehung ist die Annahme, dass Jugendliche natürliche Neugierde und Interesse haben, weltliche Dinge zu erkunden. Eltern, die laissez-faire Erziehung praktizieren, führen nur die notwendigsten Interaktionen mit ihren Kindern durch, indem sie ihren Kindern einen Rahmen schaffen, in dem diese sich sicher und geschützt fühlen, bevor sie ihnen erlauben, ihrer Neugier und Erkundung freien Lauf zu lassen.

Welche Auswirkungen hat der laissez-faire Erziehungsstil?

Oft wird kritisiert, dass Kinder, welche einen laissez-fairen Erziehungsstil erfahren haben, später Schwierigkeiten haben, sich in die Gesellschaft einzuordnen und Regeln zu akzeptieren. Sie neigen zu egoistischem Verhalten, da als Kind die Lusterfüllung im Vordergrund stand.

Sind Eltern mit laissez-fairem Erziehungsstil desinteressiert?

Die Eltern sind nicht unbedingt interessiert daran, was ihre Kinder machen, aber sie lassen sie nicht in ihren Entscheidungen allein. Sie schützen ihre Kinder vor Gefahren oder unangemessenen Aktivitäten und stellen ihnen moralische Standards vor, aber sie lassen den Kindern Freiheiten, einen eigenen Weg zu finden.

Quellen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.